Ehre, wem Ehre gebührt: Für das Unesco-Programm Memory of the World schlug das deutsche Nominierungskomitee neben Beethovens Neunter die Patentanmeldung von Konrad Zuses programmgesteuerter Rechenmaschine Z1 vor, die als der erste Computer der Welt gilt. Zuse hatte das Patent im Jahr 1941 beantragt, aber erst 1967 zugesprochen bekommen. Jahrzehntelang verweigerte das Bundespatentamt aufgrund "mangelnder Erfindungshöhe" die Eintragung.

Der schnelle Schachcomputer Deep Blue von IBM ist eine wahre celebrity: Als erster Rechner erreichte er den Wert 9 auf der nach oben offenen Q-Skala, mit der die Bekanntheit einer Figur in der US-Bevölkerung gemessen wird. Deep Blue ist damit so populär wie die Teletubbies und Count Chocula, die Figur eines Cornflakes-Produzenten. Zum Vergleich: Albert Einstein hat einen Q-Wert von 56, Elvis von 33. Deep Blue ist damit bekannter als zwei EDV-Größen: Larry Ellison und Scott McNealy, die schärfsten Kritiker von Bill Gates, haben beide nur den Wert 6.

Das papierlose Büro gehört zu den uralten Menschheitsträumen. Paper-free in '83 hieß der Slogan einer amerikanischen Versicherungsfirma, die mit dem Projekt spektakulär scheiterte und Millionen Dollar versenkte. 2003 werde ein solches Büro aber sicher der Standard sein, behauptete seinerzeit der resignierte Projektleiter. Auch damit wird es wohl nichts werden. Statt des papierlosen Büros bekommen wir nun das digitale Papier. Es enthält winzig kleine Kugeln, die je nach Strom ihre weiße oder schwarze Seite zeigen. Auf der Seybold Conference in San Francisco stand dieses Papier in der vergangenen Woche im Mittelpunkt. Mancher Visionär denkt schon weiter: "Wir werden bald verstehen, wie der Kortex arbeitet, und eine direkte Verbindung zum Gehirn aufbauen können. Dann kann der Computer das Papier direkt ins Gehirn projizieren", sagt John Warnock, Chef und Gründer von Adobe Systems. Adobe stellt den Acrobat Reader her, das meistbenutzte Programm zur Darstellung von "gedruckten" Dateien am Bildschirm - und vielleicht irgendwann direkt im Hirn.

Warum soll eine Digitalkamera eigentlich nur Fotos machen? Der Prozessor und der Datenspeicher können noch viel mehr. Wenn kein Motiv in der Nähe ist, können Besitzer der Finepix 40i von Fujifilm den eingebauten MP3-Player anwerfen und Musik hören. Ein Deal mit MTV soll dafür sorgen, dass man beim Fotohändler immer die neuesten Hits auf SmartMedia-Karten bekommt. Einen anderen Weg geht man bei Kodak: Auf dem LCD-Monitor der Kamera DC265 können rund 1000 Videospiele gespielt werden - darunter auch der Baller-Klassiker Doom in der Urversion.