Nur eins trübt die Rückschau auf das erste Jahr: Nicht genügend Geschäftsreisende - für sie wurde der Zug, der nur Erste-Klasse-Wagen führt, auf die Schiene gebracht - nehmen in den Ledersesseln Platz. Die Auslastung dümpelt bei 35 Prozent, ab 48 würde Gewinn eingefahren, 50 Prozent waren erwartet worden. Vor allem zu Ferienzeiten und an den Wochenenden fehlt es an Passagieren, denn die Damen und Herren mit Aktenkoffer und Laptop machen etwa drei Viertel der Kundschaft aus. "Man muss mehr werben", fordert Marketingleiter Fabian Scharr. Denn - noch ist der Premiumzug nicht bekannt genug. Nur rund die Hälfte der Manager weiß von ihm.

Wer indes einmal im designpreisgekrönten Silberpfeil saß, ist infiziert, zieht Fabian Scharr Bilanz, wird zum Wiederholer, preist den Zug im Freundeskreis. Der Metropolitan - die Alternative zu Flugzeug und Auto. 40 Prozent der Fahrgäste, ergaben Befragungen, verzichten auf den Flug und machen es sich in einem der drei Wagenabschnitte bequem, die je nach den Bedürfnissen aufgeteilt sind. Wer Ruhe sucht und sich nicht durch Handygepiepse stören lassen will, fährt im Silence-Abteil. Hier herrscht wirklich Ruhe, bestätigt Rainer F., für ihn ein konkurrenzloses Argument für den Zug. Im Officebereich wird der Laptop angestöpselt, in den Clubwagen können Gruppen an Vierertischen zusammensitzen. Nur hier wird der DVD-Player für Spielfilme ausgeliehen.

Anerkennung erhält vor allem der Service. "Das Personal ist hilfsbreit." Auch Rainer F. spricht nur lobend über die jungen Leute, die gleich nach der Abfahrt (kostenlos) alkoholfreie Getränke und einen Snack servieren. Viele der Servicemitarbeiter kommen aus der Hotellerie, scheuen sich nicht vor Dienstleistungen und sehen sich eher als Gastgeber.

Weitere Pluspunkte - die Sauberkeit und das Ambiente des Zugs. Materialien wie Birnenholz und gebürsteter Edelstahl sorgen für kühle Eleganz. Die Atmosphäre trägt zum Reiz des Zuges bei. Darum bezweifelt auch Fabian Scharr, ob sich das Prinzip auf den ICE übertragen lässt.

Kritik gab es denn auch in den etwa zehn Fällen, als der Metropolitan wegen Pannen durch einen ICE ersetzt werden musste. Was dem Premiumzug sonst noch Beschwerden einfährt, sind die Anschlüsse beim Umsteigen und dass Fußstützen fehlen. Und nicht nur Rainer F. ärgert sich, dass die Bar geschlossen bleibt, während die Snacks am Platz ausgeteilt werden.

Nach einem Jahr allerdings ist noch immer nicht endgültig entschieden, wie mit dem Projekt Metropolitan weiterverfahren wird - auch wenn von Plänen die Rede ist, den Zug auf die Strecke Frankfurt/Main-München oder Hamburg-Berlin zu schicken oder eine zweite Klasse einzuführen. An der Weiterentwicklung des Konzepts wird gebastelt. Eventuell sollen neue Zielgruppen angesprochen werden. Und Metropolitan-Kunden erwartet vielleicht eine kleine Belohnung, wenn sie neue Mitfahrer werben. Noch im Herbst sollen sich die Details klären.

Bislang existieren jedoch nur zwei Züge. Allein die Bauzeit für einen neuen würde, knapp bemessen, 12 bis 14 Monate betragen.