YVAN ENGELS: Nein, im Grunde öffnet dies sogar neue Marktsegmente für uns.

ZEIT: Welche denn?

ENGELS: Ein Beispiel: Als vor etwa 10, 15 Jahren diese Netzwerktechnik aufgekommen ist, wurde gesagt, dass man damit jede Menge Kabel sparen wird. Das hat für das einzelne Netz auch gestimmt. Aber dadurch, dass die Technik so einfach war und dann zur Totalvernetzung aller Geräte geführt hat, ist ein immenser Kabelbedarf entstanden. Und so sehe ich das auch jetzt: Drahtlos öffnet den Weg in Marktsegmente, wo es heute noch überhaupt keine Vernetzung von Geräten gibt, im Heimbereich zum Beispiel.

ZEIT: Bluetooth beseitigt den Kabelsalat unter den Schreibtischen. Stellen Sie den nicht her?

ENGELS: Diese Kabel stellen wir schon seit mehr als zehn Jahren nicht mehr her. Das ist ein Massenmarkt, der sehr stark unter Preisdruck steht. Weil diese Kabel gleich mit Steckern versehen und zusammen mit dem PC ausgeliefert werden, wurden sie mehr und mehr in den asiatischen Ländern hergestellt. Als deutscher Hersteller war das für uns nicht mehr lukrativ.

ZEIT: Drahtlose Netze lassen sich einpacken und nach einem Umzug in den neuen Räumen in einer Viertelstunde wieder aufbauen. Da könnten mobile Unternehmen doch auf die Idee kommen, auf teure Verkabelung ganz zu verzichten.

ENGELS: Trotzdem kann diese Technik, ganzheitlich betrachtet, nicht alle Anforderungen erschlagen. Kabelnetze sind heute noch immer 100 000-mal leistungsfähiger als zum Beispiel eine drahtlose Bluetooth-Verbindung. Es ist heute doch gar nicht absehbar, wohin sich die Anforderungen an Datenraten noch entwickeln. Da wird ein Unternehmen mittlerer Größenordnung, das eine langfristige Infrastruktur aufbauen will, in 99 Prozent der Fälle in Richtung drahtgebunden gehen. Drahtlose Netze sind eine Ergänzungstechnologie: Bis zum Großraumbüro legen Sie Kabel, und innerhalb des Büros nutzen Sie das drahtlose Netz.