Allein: Die Meditation führt in die eigene Leere, also muss wieder Greifbares her. Bateman wirft die Motorsäge an.

Die Morde und Folterungen, die in Ellis' Roman beschrieben werden, sind aufgrund ihrer Brutalität kaum lesbar. Harron fängt gar nicht erst an, sie sichtbar machen zu wollen. Auch in dieser Hinsicht weicht sie auf elegante Ellipsen aus. Mal sieht man ein schwingendes Beil, mal eine Lache Blut, mal wischt die Kamera im Vorübergehen an hängenden Leichen im Kleiderschrank entlang, mal gerät beim Öffnen des Kühlschranks ein abgetrennter Kopf in den Blick. So viel Deutlichkeit muss sein. Nie jedoch wird die Gewalt, wie sonst in Hollywood, zur Spannungssteigerung eingesetzt. Nur einmal inszeniert Harron eine dramatische Jagd, und die montiert sie zum B-Film. Da schießt sich Bateman, als killer on the loose, den Weg frei. In derselben Nacht wird er seinem Anwalt alles beichten. In einer Filmparodie gehen Bateman also die Augen auf, als Darsteller seiner selbst. Es nützt aber nichts. Der Anwalt hält gerade diese Beichte für einen Scherz aus der Serienkiller-Schmunzelecke. So geht das Bekenntnis ins Leere, hervorgebracht und untergepflügt von den Strudeln einer durchdrehend mediatisierten Welt.

American Psycho musste verfilmt werden - auch das ist eine Folge des medialen overdrive. Der Titel war zu berüchtigt, als dass man auf die Weiterverwertung hätte verzichten können - ein Markenartikel gewissermaßen und darin all jenen Markenartikeln vergleichbar, hinter denen die Menschen in Ellis' Buch allmählich verschwinden. Die Broker verwechseln einander regelmäßig - aber sie erkennen aneinander von weitem jedes Designerlabel. Das Label American Psycho klebt jetzt auch an einem Film und einem Soundtrack. Das Monster Bateman verschwindet allmählich dahinter, fast ist es schon genießbar, Mary Harron hat gute Arbeit geleistet und dem Besten des Buches, seiner Unverdaulichkeit, einen schlechten Dienst erwiesen.