Modell: Fiat 500, Baujahr: 1960, Länge 300, Breite 135, Höhe 133. Farbe: weiß, Kennzeichen: B-NN-306

(aus dem Kfz-Brief)

Luigi Sarti stand an diesem Freitagmorgen vor dem Torbogen seiner Werkstatt und schaute den vorbeifahrenden Autos hinterher. Seine linke Hand hielt eine Pfeife, aus der kleine Wölkchen zum Himmel in Berlin-Tiergarten aufstiegen.

Es mochte 8.30 Uhr sein, vielleicht auch schon 9. Das Thermometer zeigte 29 Grad, und die Zeitungen meldeten Rekordhitze. Rekordhitze, das war auch das Schlagwort, mit dem mich Luigi Sarti begrüßte. Wir liefen in die angenehm kühlen Gemäuer seiner Kfz-Garage.

Eine verstaubte Neonröhre warf schummriges Licht auf die Hebebühne, die einen roten Spider in Augenhöhe trug. Vor uns stand der Kleine, frisch geputzt und durchgecheckt. Wie ein Hund, den sein Herrchen vom Trimmen oder vom Tierarzt abholt. Selbst die lindgrünen Kunstledersitze glänzten wieder ein wenig. Ich setzte mich auf den Fahrersitz, öffnete das Faltdach und zog den Anlasser.

Glauben Sie, er schafft es bis Italien?, fragte ich. - Das soll kein Problem sein, sagte Luigi Sarti, er zieht wie ein Porsche.

Luigi Sarti neigte zu Superlativen. Solche Äußerungen sollten a) versichern, dass er gute Arbeit geleistet hatte, und b), dass gute Arbeit teuer ist und die Rechnung entsprechend ausfiel. 800 Mark hatte er an dem Kleinen in den letzten zwei Wochen vor der Grand Tour nach Italien verdient. Seit zwei Jahren fuhr ich das weiße Gefährt. Es gehörte meiner Freundin N., die nun ihre Nutzungsrechte als Eigentümerin im ligurischen Badeort Bordighera wieder aktivieren wollte.