Das finstere Moor verliert seine Schrecken: Ein Mann aus Wismar wurde dank seines Mobilgerätes rechtzeitig aus dem schmatzenden Sumpf gezogen.

Verschüttete, die unterm Schnee zum Handy griffen, konnten gefunden werden.

Derzeit werden die Alpen vollständig mit Funkstationen ausgerüstet, damit Abgestürzte aus ihren Gletscherspalten, zumindest aber deren Gefährten von der nächsten Anhöhe aus die Bergwacht anrufen können. Autofahrer, die in der Türkei vom Weg abkamen, baten - erfolgreich - die deutsche ADAC-Zentrale um Abschlepphilfe. Und was den Paranoiker in Big-Brother-Ängsten stürzt, hilft anderen, ihre Ängste zu kontrollieren: Kinderhandys können so eingerichtet werden, dass sie Alarm geben, wenn die Kleinen eine bestimmte Grenze überschreiten. Mit einer Zusatzausstattung können Kinder (und Haustiere) metergenau geortet werden.

Das Handy ist voller Versprechungen. Und es verändert unsere Kommunikation.

Während früher, in den Zeiten des Festnetzes, die erste Frage am Telefon lautete: "Wie geht's?", wird heute jedes Handygespräch mit "Wo bist du?"

eingeleitet. Darüber lachen Handygegner gern und spöttisch. Doch die Antwort auf "Wie geht's?" barg selten Substanzielles. Über den Aufenthaltsort und andere scheinbar triviale Auskünfte wie Wetter, Aussicht, über seltsame Hintergrundgeräusche und wechselnde Netzqualität dagegen wird eine erstaunliche Menge an Information transportiert. Und weil der Anrufer nie genau weiß, ob sich der Angerufene nicht in einer unangenehmen, ungünstigen oder peinlichen Situation befindet (der Schrecken jedes Handybesitzers: ein Anruf auf der Toilette), hört man neuerdings am Telefon häufiger die so angebrachte und wichtige kleine Frage: "Stör ich?"

Kleine Hinweise auf eine sich entwickelnde Handykultur? Inmitten einer rasch und wild wuchernden Handyunkultur? Die zumindest wird von immer mehr Handymahnern und Handyhassern beklagt.