Selbst die Erfinder des Systems zeigten sich von dem riesigen Erfolg überrascht: Zehn Millionen Teilnehmer in nur 18 Monaten konnte der japanische Mobilfunker NTT Docomo von i-mode überzeugen. Zeitweise brachen ob des Ansturms sogar seine Rechner zusammen.

I-mode ist der Vorläufer für jene neuen Mobilfunk-Dienste, die - nach und nach - auch in ganz Europa via Handy angeboten werden: emailen, Musik hören, Filme sehen, im Internet surfen, bestellen sowie bezahlen - und selbstverständlich auch telefonieren. All das macht die Verschmelzung von Internet und Mobilfunk möglich. Und das sei "der zurzeit heißeste Techniktrend", wie jüngst das amerikanische Wirtschaftsblatt BusinessWeek befand. Zum großen Erstaunen der Amerikaner haben diesmal Asien und Europa die Nase vorn.

Gerade erst ersteigerten in Deutschland sechs Telefongesellschaften neue Frequenzen für fast 100 Milliarden Mark, um neue Datenautobahnen durch die Luft zu bauen. Allerdings: UMTS kommt in Europa frühestens im Jahr 2002. Bis dahin wird es noch einige Zwischenschritte geben.

Schon heute können auch die Deutschen mit Wap erste Erfahrungen sammeln. Die Technik erlaubt es, abgespeckte Inhalte aus dem Internet auf dem Minidisplay eines Handys darzustellen. Mit GPRS (General Packet Radio Service), an dem die Anbieter zurzeit auf Hochtouren arbeiten, dürfte sich der Spaß dann steigern. Der Handynutzer kann damit permanent im Netz sein, aber nur die Übertragung von Daten aktiviert die Verbindung. Die Geschwindigkeit erreicht nahezu ISDN-Qualität.

Mit diesen beiden UMTS-Vorläufern ist das japanische i-mode vergleichbar.

Nur: Während sich in Deutschland seit Dezember vergangenen Jahres erst rund 500 000 Menschen für WAP begeistern konnten, wächst die Zahl der i-mode-Nutzer in Japan um 50 000 - täglich. Der Grund: Das System ist sehr viel komfortabler als das westliche Pendant.

Den Erfolg kann ausgerechnet der große Exmonopolist Nippon Telegraph and Telephone (NTT) für sich verbuchen. Er gehört noch immer mehrheitlich dem Staat und ist die größte Telefongesellschaft der Welt. Und seine Tochter, Docomo, avancierte wegen des Erfolges auf dem Heimmarkt zum zweitgrößten Mobilfunkanbieter auf dem Globus - nach Vodafone in Großbritannien.