zeit: Drahtlose Netze lassen sich einpacken und nach einem Umzug in den neuen Räumen in einer Viertelstunde wieder aufbauen. Da könnten mobile Unternehmen doch auf die Idee kommen, auf teure Verkabelung ganz zu verzichten.

Engels: Trotzdem kann diese Technik, ganzheitlich betrachtet, nicht alle Anforderungen erschlagen. Kabelnetze sind heute noch immer 100 000-mal leistungsfähiger als zum Beispiel eine drahtlose Bluetooth-Verbindung. Es ist heute doch gar nicht absehbar, wohin sich die Anforderungen an Datenraten noch entwickeln. Da wird ein Unternehmen mittlerer Größenordnung, das eine langfristige Infrastruktur aufbauen will, in 99 Prozent der Fälle in Richtung drahtgebunden gehen. Drahtlose Netze sind eine Ergänzungstechnologie: Bis zum Großraumbüro legen Sie Kabel, und innerhalb des Büros nutzen Sie das drahtlose Netz.

zeit: Sie fürchten keinen Umsatzrückgang?

Engels: Nein. Das ist nicht nur meine Meinung, wir sehen das auch an den Zahlen und den Prognosen für die nächsten fünf Jahre. In der Totalvernetzung wird es sowohl Kabel als auch drahtlose Verbindungen geben. Die Technologien werden sich gegenseitig ergänzen und beschleunigen.

Die Fragen stellte Dirk Asendorpf