Als Anlieger der holländischen Durchgangsautobahn A 61 kann ich ein Lied davon singen: Der Dauerlärm ist Musik für die Ohren der Kurgäste, wirkliche Ruhe gibt es zu keiner Tages- oder Nachtzeit. Die Weinberge werden vom Lkw-Ruß gedüngt. Ab und zu wird ein Pkw zerquetscht. Bei Stau erfolgt die Umleitung durch die Heerstraße, der Name ist ja schon bezeichnend für den Durchzug einer Besatzungsarmee. Da wird dann schon mal ein Fußgänger plattgemacht. Alltag einer Kurstadt. Verkehrsregeln für Lkw? Geschwindigkeit, Abstand, gefährliches Abstellen der Fahrzeuge oder deren Anhänger? Die tun sich keinen Zwang an! Knöllchen gibt's nur für Pkw. Aber das ist wohl alles eine Frage der Lobby!

Dr. Constantin Röser Bad Neuenahr

Häufig vergessen wird der Einfluss des Fernverkehrs auf die Arbeitsplätze, genauer: auf die Zerstörung regionaler Arbeitsplätze. Die ZEIT hat bereits vor Jahren dokumentiert, dass zur Fertigung eines Jogurts Tausende von Kilometern zurückgelegt werden, damit am Ende ein Pfennigerzeugnis im Regal steht. Es ist mir unbegreiflich, warum Molkereiprodukte aus dem Allgäu in Norddeutschland günstiger zu bekommen sind als norddeutsche. Dies gilt übrigens auch für Bauarbeiter, Handwerker, Putzkolonnen, die, einmal quer durch Deutschland gekarrt, immer noch billiger sein sollen als regionale.

Ich bin für freien Warenverkehr. Es muss auch möglich sein, pfälzischen Wein in Kiel zu bekommen und Krabben in München. Aber: Faktum ist nun einmal, dass die Abnutzung von Straßen durch den Fernverkehr in ihrer Beseitigung Geld verschlingt. Eine nicht zu niedrige Kilometerabgabe ist mithin nicht nur ein Beitrag zur Ökologie, sondern auch zu Marktgerechtigkeit und Arbeitsplätzen.

Wer ein Produkt konsumieren möchte, das 500 Kilometer entfernt hergestellt wird, der sollte auch für die Kosten zu dessen Transport aufkommen.

Nebeneffekt: Regional durch die Transportsubventionierung zerstörte Arbeitsplätze könnten neu entstehen.

Klaus Debring, Leer