Peugeot hat es getan, die Landesbank Sachsen hat es getan, das renommierte World Economic Forum hat es getan - jetzt sollte es auch der Deutsche Bundestag tun. Das jedenfalls meint Karl Peter Hasenkamp, der Vorsitzende eines Düsseldorfer Vereins namens Prima Klima weltweit. Hasenkamp, Ökonom mit einem Faible für die Umwelt, schrieb deshalb in der vergangenen Woche einen Brief an Wolfgang Thierse, den Bundestagspräsidenten. Sein Vorschlag: Das Parlament solle es nicht bei den vielen schönen Beschlüssen zum Klimaschutz belassen, sondern selbst mit gutem Beispiel vorangehen - und Bäume pflanzen.

Tatsächlich wird klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) nicht nur beim Autofahren oder bei industriellen Fabrikationsprozessen freigesetzt. Auch der umweltbewussteste Politiker trägt zur globalen Erderwärmung bei - weil er Licht zum Lesen braucht, in einer wohltemperierten Wohnung sitzt und hin und wieder auch mit Auto, Bahn oder Flugzeug verreist. Zwangsläufig entsteht dabei CO2. Zwar sind ins Berliner Reichstagsgebäude schon viele Energie-Innovationen eingebaut worden. Dennoch schätzt Hasenkamp den CO2-Ausstoß des Politikbetriebes auf bis zu 30 000 Tonnen pro Jahr.

Weil Pflanzen bei ihrem Wachstum das klimaschädliche Gas absorbieren, kann Aufforstung das Problem entschärfen. Rund 2500 Hektar Neuwald, irgendwo in der Welt angepflanzt, reichen nach Hasenkamps Kalkül aus, den CO2-Ausstoß des Bundestages zu neutralisieren. Der nötige Aufwand dafür: einmalig nicht mehr als 2,5 Millionen Mark. Das Geld, schlägt Hasenkamp dem SPD-Politiker Thierse vor, könne doch leicht von den vielen Millionen Mark abgezweigt werden, die die CDU wegen ihrer Parteispendenaffäre an den Bundestag zurückzahlen muss.

vo