Im Dezember vergangenen Jahres hatte es der Vorstand der WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG zum ersten Mal angekündigt und damit für einiges Aufsehen gesorgt: Man werde, so die WCM damals, den Aktionären der Klöckner Werke schon bald ein Übernahmeangebot machen. Dann tat sich zunächst einmal nichts.

Auf der Bilanzpressekonferenz Anfang Juni versprach WCM-Vorstand Roland Flach den Klöckner-Anteilseignern erneut "ein attraktives Angebot mit interessanter Prämie" - nun für den Herbst. Als Begründung für die Hängepartie nannte er den Wunsch der WCM, die Übernahme freundlich zu gestalten, also im Einvernehmen mit dem Klöckner-Vorstand. Doch bis jetzt, Anfang September, gibt es in den strittigen Fragen offenbar keine Annäherung: Man wisse noch immer nicht, so Klöckner-Sprecher Wolfgang Christian, was WCM mit dem Unternehmen im Sinn hat. Und außerdem sei WCM nach wie vor nicht bereit, eine Barabfindung zu zahlen.

Dennoch gibt sich Roland Flach unverdrossen zuversichtlich: "Ich hoffe, dass wir gutes Einvernehmen erzielen." Dass seinen vollmundigen Ankündigungen irgendwann auch Taten folgen müssen, sieht er wohl auch. Doch dazu, wann dies so weit sein könnte, mag er nichts Näheres sagen. "Die heiße Phase wird kommen. Irgendetwas wird passieren", ist sich auch Wolfgang Christian sicher.

Doch kampflos will der Vorstand das Terrain der WCM offenbar nicht überlassen. Christian:"Der Vorstand hat über Alternativen nachgedacht." mhf