Arbeiter und Angestellte verschenken jedes Jahr rund eine Milliarde Mark, schätzen die Experten im Bundesarbeitsministerium. Denn zwei von drei Lohnabhängigen könnten eine staatliche Prämie im Rahmen des vermögenswirksamen Sparens kassieren. Tatsächlich aber pfeifen bis zu sieben Millionen Bundesbürger auf die Arbeitnehmer-Sparzulage.

Diese Finanzspritze können Arbeitnehmer, Auszubildende, Beamte, Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit bis zu einer bestimmten Einkommenshöhe erhalten. Als förderungswürdig gelten der öffentlichen Hand bestimmte Anlageformen mit einer siebenjährigen Laufzeit. Etwa sieben Milliarden Mark schüttet der Bund dafür aus.

Und zwar in zwei Fördermaßnahmen. Die erste ist eine zehnprozentige Sparprämie, maximal 94 Mark. Dafür muss der Sparer jährlich bis zu 936 Mark vermögenswirksam in einem Bausparvertrag anlegen. Ob diese 936 Mark ganz oder teilweise vom Arbeitgeber zusätzlich zum normalen Gehalt gezahlt werden oder der Arbeitnehmer selbst diese Summe vom eigenen Lohn abzweigt, ist für die staatliche Sparprämie egal.

Die zweite Maßnahme dient Arbeitnehmern, die zusätzlich zu den obigen 936 Mark bis zu 800 Mark pro Jahr anlegen. Förderungswürdig sind hierbei Geldanlagen in Beteiligungen, dies können Aktien sein, Anteile an einem Investmentfonds oder eine Mitarbeiterbeteiligung. Hierauf zahlt der Staat eine weitere Sparprämie von 20 Prozent, maximal 160 Mark pro Jahr. Für Arbeitnehmer im Osten beträgt diese Sparzulage bis zum Jahr 2004 sogar 25 Prozent. Insgesamt kann so jeder Arbeitnehmer pro Jahr bis zu 254 Mark an staatlichen Zulagen einsammeln. In Ostdeutschland zahlt der Bund sogar bis zu 294 Mark an Prämie.

Zwei Drittel aller Beschäftigten könnten Prämien beantragen

Trotzdem verschenken gerade junge Arbeiter und Angestellte oft ihr Geld, manchmal aus Geringschätzung, manchmal aus Unkenntnis. Mitschuld am Desinteresse trägt ein umständliches Förderverfahren. Denn die staatliche Sparprämie wird nicht mehr wie früher direkt über die Bank oder Sparkasse ausgezahlt, sondern muss mit der Steuererklärung extra beantragt werden.

Davor schrecken viele zurück und lassen ihren Anspruch lieber verfallen.