Er weiß nicht einmal, wie er es aussprechen soll - "Wapp", "Wäpp" oder "Wopp". Und auch sonst begegnet der Bundesbürger dem neuen Dienst eher unsicher und mit Skepsis. Das "Internet fürs Handy" kommt eher schleppend in die Gänge.

Die Geschichte des Wireless Application Protocol ist bisher eine Geschichte von Pannen gewesen. Ende dieses Jahres werden zwar etwa 3,5 Millionen Mobiltelefonierer ein Wap-Handy besitzen. Aber ein Drittel von ihnen hat den Dienst nie ausprobiert, und ein weiteres Drittel hat nur kurz reingeschnuppert und ist dann offenbar zu dem Schluss gekommen, auf Wap in Zukunft verzichten zu können.

Zahlen über die tatsächliche Wap-Nutzung sind nicht zu bekommen. Es werden ein paar Millionen Zugriffe pro Monat sein. Zum Vergleich: 1999 schickten die deutschen Mobiltelefonierer fünf Milliarden SMS-Nachrichten von Handy zu Handy.

Was sind die Gründe für die fehlende Akzeptanz? Christian Huthmacher vom deutschen Zweig des Internationalen Wap-Forums nennt gleich mehrere Faktoren.

Erstens: die fehlenden Geräte. Der Dienst startete, ohne dass ihn jemand nutzen konnte. Das ist inzwischen Vergangenheit - Wap-Handys gibt es heute genügend, auch zum Schleuderpreis von einer Mark. Zweitens hat es sich bei den Entwicklern von Wap-Seiten offenbar noch nicht herumgesprochen, dass die Navigation per Handy-Display und Zifferntastatur anderen Gesetzen gehorcht als das Surfen per PC. Der Wapper will in wenigen Schritten die Information bekommen, die er sucht, und sich nicht durch viele Untermenüs klicken.

Drittens ist Wap immer noch zu teuer. Durchweg nehmen die Netzbetreiber etwa 40 Pfennig pro Minute, und das bei sehr mageren Übertragungsraten. Man zahlt fürs Warten.

Und schließlich fehlen immer noch die "Killer-Anwendungen" für den Wap-Dienst. Die Zielgruppe der hippen Daytrader, die sich ständig über Börsenkurse informieren und vom Restaurant aus Aktien ordern, mag zwar existieren, ist aber doch eher ein exklusiver Kreis. Der normale Handynutzer muss hingegen noch überzeugt werden, dass er Wap braucht. So wird die Wap-E-Mail kaum genutzt - was auch daran liegt, dass man sich erst einwählen muss, um die elektronische Post abzufragen. SMS-Nachrichten dagegen melden sich selbst, wenn sie im Handy ankommen. Und mehr als die bei SMS erlaubten 160 Zeichen will auf der Handy-Tastatur ohnehin niemand schreiben.