Noch vor Jahresende, so hieß es bisher, sollen die ersten Entschädigungen an ehemalige NS-Zwangsarbeiter ausbezahlt werden. Das geht aber laut Gesetz nur unter einer Voraussetzung: Die Sammelklagen gegen deutsche Unternehmen, die vor amerikanischen Gerichten anhängig sind, müssen vorher zurückgezogen sein - und das ist alles andere als sicher. Bei den Klagen von Zwangsarbeitern rechnet man in Berlin "mit einem glatten Durchmarsch" (so ein kundiger Beamter). Dagegen werden die gegen Banken und Versicherungen vorgebrachten Ansprüche schwerer niederzuschlagen sein. Berlin hätte es am liebsten gesehen, wenn alle Verfahren auf ein einziges Gericht vereinigt würden. Das lehnte die amerikanische Justiz ab. Immerhin konzentrierte sie im August 48 anhängige Verfahren (getrennt nach Industrie, Banken und Versicherungen) auf drei Richter in New Jersey und New York, die bereits mit entsprechenden Entschädigungsklagen befasst sind. Jetzt fängt das Zittern an, ob die Opferanwälte die Klagen zurückziehen und ob sich die Richter an die Empfehlung der US-Regierung halten, im Interesse des Landes von einer Verfolgung der Klagen abzusehen. Entschädigungen dürfen in jedem Falle erst dann ausbezahlt werden, wenn der Bundestag das förmlich beschließt. smi