Über die Ursachen der August-Katastrophen rätselt Russland auch noch im September. Das Verteidigungsministerium beharrt weiterhin auf der Version, das Atom-U-Boot Kursk sei nach einem Zusammenstoß mit einem ausländischen Schiff, womöglich einem U-Boot, gesunken. Darauf deuteten die Bojen hin, die das unbekannte Schwimmobjekt an der Wasseroberfläche markiert hätten, sagen die Generale. Zwei russische Journalisten, die in Murmansk waren, stritten sich unterdessen öffentlich über die Konsistenz der Bojen. Einer meint, es habe sich dabei um Kartoffelsäcke gehandelt, der andere insistiert, es seien Kohlköpfe gewesen. Ins Kraut schießen derweil die Theorien über die möglichen Ursachen des Brandes im Fernsehturm. Zuverlässige Moskauer Quellen wollen einen Zusammenstoß mit einem westlichen Fernsehturm nicht mehr ausschließen.

Weitere Informationen finden sich unter www.anekdot.ru - Kenntnisse der russischen Sprache und Seele erforderlich.

Rechter Alltag (2) Das ehemalige Zechenhaus der alten Brikettfabrik Neukirchen südlich von Leipzig sieht wieder hübsch aus. Das Gemäuer wurde liebevoll saniert, eine Fitnessfabrik Walhalla lädt dort jetzt ein zur Körperertüchtigung. Im Treppenhaus wurde während der Bauarbeiten ein Wandbild aus den dreißiger Jahren entdeckt. Es zeigt zwei Dutzend arische Mustermenschen bei Spiel und Sport, gemalt von einem Künstler der NS-Organisation Kraft durch Freude. Im Auftrag des staatlichen Denkmalschutzes gaben zwei Krakauer Restaurateure dem Bild seine alte Pracht zurück. Bürgerproteste gegen die Wiederherstellung des Propagandagemäldes weist das Leipziger Regierungspräsidium zurück. Es sei schließlich nicht gewalt- oder kriegsverherrlichend, "vielmehr überwiegt die Heiterkeit". Der Besitzer des Fitnessclubs "Walhalla" wiederum sagt, er habe nichts mit Rechtsextremisten, die sich gern auf germanische Mythologie beziehen, zu tun. Der Lokalzeitung gegenüber erklärte er: "Ich persönlich interessiere mich sehr für das nordische Volk und dessen Geschichte. Deshalb bin ich auch auf den Namen Walhalla gekommen. Wir wollten unserer Fitnessfabrik keinen englischen Namen geben, wie es heutzutage üblich wäre."