Müller: Guten Morgen.

Meurer: Werden die Grünen mit Ihrer Unterstützung rechnen können?

Müller: Ich glaube auch nicht, dass es auf Bundesebene im Grundsatz Streit gibt, dass man die ökologische Lenkungsfunktion der Ökosteuer nicht konterkarieren darf. Es wird darum gehen, ob man Maßnahmen findet - und das ist nicht ganz einfach -, die kurzfristig helfen, aber schon dem Grundproblem gerecht werden, dass wir es hier mit einer Reihe von Ursachen zu tun haben, die man auch mit kurzfristigen Maßnahmen gar nicht bekämpfen kann, sondern wo man eine generelle Gegenstrategie aufbauen muss, nämlich insbesondere die Verringerung der Abhängigkeit von Öl.

Meurer: Eine Kilometerpauschale anheben, das ist für Sie keine Lösung?

Müller: Darüber kann man im Einzelfall reden. Nur es darf nicht sein, dass die Kilometerpauschale die ökologische Lenkungsfunktion konterkariert.

Meurer: Aber das würde sie ja, wenn man die Kilometerpauschale um 10, 20 Pfennig anhebt.

Müller: Ja, ich will das gerade deutlich machen. Sie haben 14 Pfennig Ökosteuer gehabt und da passt es dann einfach nicht, dass man die Kilometerpauschale um 20 Pfennig erhöht. Dann hätte man sich auch die ökologische Steuerreform schenken können. Das ist also keine sinnvolle Geschichte. Deshalb geht es auch eher in Richtung auf eine Entfernungspauschale. Nur hier muss man genau rechnen, denn wenn man eine vom Verkehrsmittel unabhängige Entfernungspauschale einführt bedeutet das, dass man den heutigen Satz ungefähr um 15 bis 17 Pfennig verringert. Insofern muss das genau berechnet werden, was das dann auch für finanzielle Konsequenzen hätte.