Jetzt soll bewiesen werden, wie weit das Führungspersonal der FPÖ tatsächlich "heruntergekommen" ist. Zeugen gäbe es genug, nicht zuletzt ehemalige FPÖ-Funktionäre, die über das Innenleben der Führerpartei auspacken könnten. Am 3. Oktober ist der erste Verhandlungstag. Der Politprozess zum Auftakt des Jahrhunderts soll es werden. Wenn einer sich aufs Inszenieren eines solchen "Events" versteht, dann der Feuerwerkexperte Heller. "Wissen die eigentlich, worauf sie sich einlassen?", fragt er.

Eine kleine Ahnung kriegen "die" vielleicht angesichts der Solidaritätskampagne, die nun anläuft. News, selbst zurzeit mit 20 FPÖ-Klagen eingedeckt, hat gerufen, und Heller staunt, wer da alles reagierte, von Gert Voss und Luc Bondy über Peter Turrini bis Elfriede Jellinek und Fritz Muliar - also auch Künstlerkollegen darunter, die Heller gar nicht so grün sind.

Aber was soll's: "Wenn die Freiheit des Wortes gefährdet ist", schreibt Muliar, "gebietet es der politische Verstand, dass ich an die Seite dieser Leute trete, die geklagt werden."

Daniel Charim verbringt die Wochenenden damit, Material zu sichten und Dossiers zu schreiben. "Das ist eine besondere Herausforderung", sagt er. Die Weisen haben ihre Schuldigkeit getan. Jetzt ist die Stunde des Wahrheitsbeweises.