Das Nationalarchiv der USA bereitet sich auf das Ende der Amtsperiode vonBill Clinton vor. Oberste Priorität ist es, eine "Aktion Löschtaste" wie beim Abschied der Regierung Kohl zu verhindern. Etwa 40 Millionen E-Mails, die von 2000 Angestellten und Regierungsbeamten produziert wurden, sollen für die Nachwelt erhalten werden. Als Ronald Reagan in Pension ging, wurden nur etwa 6000 E-Mails archiviert. Die wichtigsten davon passten in ein Buch, das zusammen mit einer 3,5-Zoll-Diskette veröffentlicht wurde. Zumindest das Buch ist auch in 40 Jahren noch lesbar, was von heutigen Computerdateien nicht unbedingt angenommen werden kann. Kommt Al Gore an die Regierung, so wird die Sache noch kniffliger: Der demokratische Kandidat ist ein Fan von Hemdtaschencomputern, bei denen eine babylonische Systemvielfalt herrscht.

American Express möchte speziell für Online-Käufer Kreditkartennummern einführen, die nur für einen Kauf und nur einen Monat lang gültig sind. Mit dem System soll der Internet-Kommerz sicherer gemacht werden. Als abschreckendes Beispiel wurde das Urteil gegen drei Pornoanbieter genannt, die gerade 37,5 Millionen Dollar zurückzahlen mussten. Sie hatten 900 000 Karteninhabern fälschlich Gebühren für den Besuch ihrer Websites berechnet. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass die Hälfte der angeblichen Kunden nicht einmal einen Computer besitzt. Die Betrüger hatten die Kreditkartendaten von einer Bank gekauft.

Philippe Kahn will es noch einmal wissen. Der Franzose, der mit der Firma Borland einstmals der ärgste Konkurrent von Microsoft war, möchte das digitale Fotografieren mit einer neuen Firma revolutionieren. LightSurf heißt eine Technik, die Bilder von der Digitalkamera über das Handy in Sekundenschnelle im Internet veröffentlichen soll. Dort gehören Fotos hin, behauptet Kahn. Sozial sei sein Projekt außerdem: "Wenn Oma die Internet-Adresse ihrer Enkel-Fotos kennt, lernt sie in einem halben Tag surfen", sagte Kahn bei der Pressedemonstration der neuen Technik.

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