Die Zeit: Hatten Sie in der Ferienzeit, so viel zu tun, dass Sie nachts schlecht geschlafen haben?

Saskia Reis: Keineswegs. Natürlich war mehr los, auch weil an den Wochenenden viele Charterflüge dazukommen sind. Da muss man Ruhe bewahren und zusehen, dass man den Überblick behält.

Zeit: Sie arbeiten bei der Flugsicherung in Bremen, die für ein Gebiet zuständig ist, das von Bremen bis Kassel und von Osnabrück bis Braunschweig reicht. Sitzen Sie im Tower des Bremer Flughafens?

Reis: Nein. Dort sitzen nur die Kollegen, die unmittelbar für Start und Landung zuständig sind. Ich betreue Flugzeuge, bevor sie ihre endgültige Reisehöhe erreicht oder wenn sie diese verlassen haben. Das bedeutet sehr viel Vertikalbewegung bis 8000 Meter Höhe.

Zeit: Reagieren die Piloten überrascht, wenn ihnen eine Frauenstimme sagt, was sie zu tun haben?

Reis: Inzwischen nicht mehr. Denn weibliche Lotsen sind zwar immer noch in der Minderheit, aber längst keine Exoten mehr. Hier in Bremen sind von 150 Lotsen 25 Frauen. Die Piloten reagieren sehr freundlich. Man hört da schon mal das eine oder andere Kompliment.

Zeit: Welches zum Beispiel?