"Es waren ja mit Filmkunst noch Geschäfte zu machen"

Zurück in die gute alte Zeit. In der ruft ihn eines Tages Rudolf Augstein an, der Spiegel-Chef, welcher beteiligt war am Filmverlag der Autoren und sich Sorgen machte um sein Lieblingshaus in Hamburg, die Passage. "Wir müssen da was tun", sagt Augstein, und Flebbe übernimmt seine "erste Filiale", wie er sagt. Es folgt, im gleichen Muster, das Holi, auch in Hamburg. Und es folgen andere, in immer anderen Städten.

Nur, die Besucherzahlen brechen weg. Das Fernsehen übernimmt. Und die Kinobetreiber suchen nach Strategien. Marktführer Heinz Riech mit seiner Ufa sagt sich: mehr Leinwände, mehr Besucher und beglückt die Republik mit seinen Schachtelkinos. Und Flebbe? "Ich habe damals genau das Gegenteil gemacht und alles, was ich an Geld hatte, in die Renovierung meiner Kinos gesteckt. Die Leute kamen zurück. Es waren ja mit Filmkunst noch Geschäfte zu machen."

An Flebbes Elan erinnert sich zum Beispiel Dieter Kosslick noch heute gern.

Kosslick, früher einmal im Hamburger Filmbüro tätig, zurzeit Chef der reichsten deutschen Filmförderanstalt in Düsseldorf und demnächst (im Jahr 2002) Chef der Berlinale, weiß von "einem tollen Gespräch", das er mit Flebbe darüber geführt hat, "wie man alte Kinos mit großem Aufwand und neuester Technik restauriert".

Wirklich geholfen hat das nicht. Auch nicht, dass der einst reinrassige Programmkinomacher nun mehr und mehr auf den Mainstream einschwenkt. Mitte der achtziger Jahre hat er 60 Kinos, 20 Millionen Mark Umsatz, steht in der Branche auf Platz fünf oder sechs und ist "im Grunde pleite".

Ganz neue Ideen müssen her, am besten solche aus den USA, von wo schließlich auch die meisten Filme kommen. Dort hat längst die Geschichte der Multiplexe begonnen, riesiger Paläste mit vielen Sälen, großem Komfort, aufwändiger Technik und übergroßen Leinwänden.