Im Taxi erzählt er, hier seien die Geschäfte immer besonders leicht gelaufen, weil seine Partner erst einmal dachten, er sein ein Sprössling des lokalen Kaufhauses gleichen Namens. "Wo ist eigentlich noch das Kaufhaus Flebbe?", fragt er den Fahrer. - "Irgendwo dahinten", antwortet der. - "Ein Flebbe ist niemals irgendwo dahinten", sagt Flebbe.

Im Cinemaxx angekommen, überprüft er stundenlang alles selbst: die Projektion, den Bildstand, störende Lichteinflüsse, Notausgänge, Vorhänge, Handläufe, das Schließen der Türen. Er sitzt mitten im Saal, ganz Kapitän, aber ein freundlicher. Er spricht halblaut Kommandos, die per Funk von Ersten Offizier (hier dem Innenarchitekten) weitergegeben werden in den Maschinenraum (die Vorführkabine). Fast alles passt, flutscht, gefällt, nicht alles ist dem Laien verständlich. "Die Decken könnten tuffiger sein", sinniert er. Oder er strahlt: "1 zu 1,85 ist perfekt." Die Säle werden schließlich benotet. "Fast alles Eins. Das gab's noch nie" in den zehn Jahren.

Irgendwann sagt Hans-Joachim Flebbe: "Ohne die Multiplexe wären wir in Schönheit gestorben." Denn sie haben den Markt bewegt. Es kommen nicht mehr nur 100, sondern 150 Millionen jährlich ins deutsche Kino. Und die Paläste haben daran wachsenden Anteil, knapp 40 Prozent mittlerweile. Nur, klein ist der Markt immer noch - die Deutschen gehen nur 1,7-mal im Jahr ins Kino, die Engländer schaffen eine Frequenz von 2,4, die Amerikaner gar eine solche von 5,6. So ist hierzulande ein Overscreening entstanden, eine Überversorgung mit Leinwänden, dazu die Neigung, immer mehr Kopien eines erfolgversprechenden Streifens zu verteilen.

"Das Kino wird eine große Zukunft haben"

Der Hamburger Programmkinobesitzer Jens Meyer kommentiert das trocken: "Jetzt fangen auch die Großen schon an zu jammern. Dabei ist das (die mangelnde Auslastung) die Folge ihrer eigenen Firmenpolitik."

Die Stimmung in der Branche ist nicht gut. Aber es wird gern darüber geredet, Gerüchte werden gestreut, summende Andeutungen, die von Schließungen handeln, von Fusionen, politischen Bevorzugungen, rüden Methoden. Kaum einer verlässt die Deckung, will sich zitieren lassen. Wer weiß, vielleicht muss man ja selbst einmal ins fremde Boot. Alles ist möglich. Siehe Flebbe/Ufa.

Vor allem der Vorwurf, sich rüder Methoden zu bedienen, bringt Flebbe auf.