Was für ein Leben! Was für ein sonderbares Schicksal, immer ganz oben dabei und doch im Hintergrund, mal Drahtzieher, mal Lebensretter, ganz unauffällig und doch ganz einzigartig in diesem deutschen Jahrhundert. Die fast unglaubliche Karriere des Geheimrats Dr. jur. Otto Meißner begann am 13. März 1920, seinem 40. Geburtstag, als Friedrich Ebert, der Reichspräsident, ihn zum Chef seines Präsidialbüros ernannte. Dieses hat Meißner dann als Staatssekretär von 1925 bis 1934 unter Hindenburg und von 1934 bis 1945 unter Hitler weitergeführt, ja, am Ende des Krieges sogar noch ein paar Wochen unter Großadmiral Karl Dönitz in Flensburg. Hätte er nicht 1949 vors Nürnberger Gericht gemusst - wer weiß, vielleicht hätte Adenauer noch versucht, ihn zu sich nach Bonn zu rufen Belege dafür gibt es allerdings nicht.

Was noch erstaunlicher ist: In all den Jahren hat Meißner, der sich einen liberalen Demokraten nannte, keiner Partei angehört, selbst dann nicht, als ihn Hitler 1937 in den Rang eines Reichsministers erhob und ihm monatlich 4000 Mark aus seinem Sonderfonds zuschanzte. Im Nürnberger Wilhelmstraßenprozess wurde Meißner wegen Verbrechen gegen die Menschheit angeklagt, jedoch freigesprochen. Auch die Spruchkammern konnten ihm nichts anhaben.

Meißner war, was die wenigsten wussten, gebürtiger Elsässer, seine Frau Hildegard eine Lothringerin zu ihren Vorfahren zählte der berühmte aus Straßburg stammende Revolutionsgeneral Jean-Baptiste Kléber. Als der Oberleutnant der Reserve Otto Meißner 1914 zu den Waffen gerufen wurde, war er Regierungsrat bei der Kaiserlichen Eisenbahndirektion in Straßburg. Kaum hatten die Franzosen sich Ende 1918 Elsass-Lothringen, das Bismarck ihnen geraubt hatte, wieder angeeignet, beförderten sie Meißner als französischen Beamten mit beträchtlich erhöhtem Gehalt. Doch der Bahnfachmann weilte noch fern in der Ukraine. Ebendort aber gelang ihm ein Bravourstück, das ihn über Nacht ungewollt ins Zentrum der deutschen Politik beförderte.

Als bei Kriegsende die deutsche Gesandschaft Kiew verließ, blieb Hauptmann Meißner, der fließend Russisch sprach, als letzter Geschäftsträger zurück.

Ehe die Bolschewiken einrückten, hatte er für die restlichen deutschen Soldaten (und auch ein paar um ihr Leben bangende russische Aristokraten) einen Panzerzug organisiert, den er binnen vier Wochen unangetastet von der Ukraine bis Berlin durchbrachte. Dort verbreitete sich rasch das Gerücht, Meißner habe aus Kiew auch noch drei oder sieben Millionen staatseigener Goldmark mitnehmen können.

Wie es wirklich war, hat er jedoch schon 1938 dem Schriftsteller Ernst von Salomon erzählt. Als er sich beim ukrainischen Hetmann Petljura verabschiedete, verlangte er Bezahlung für die von den Deutschen gebauten Eisenbahnanlagen. Da der Hetmann kein Geld hatte, ließ sich Meißner alles quittieren. Mit einem Sack voll Quittungen, im Werte von gut einer Million, kam er im März 1919 gerade in Berlin an, als man dort das ukrainische Guthaben wohl gebrauchen konnte. Dankbar verschaffte ihm Ebert einen Posten bei der Ostabteilung des Auswärtigen Amtes, die der Gesandte Rudolf Nadolny leitete. Als Nadolny bald darauf Bürochef des Reichspräsidenten wurde, nahm er Meißner als Referenten für Verwaltungs- und Rechtsfragen mit.

Im März 1920 ging der Diplomat nach Schweden, und Meißner wurde sein Nachfolger. Dessen Bedenken, die Sozialdemokraten könnten nicht einverstanden sein, räumte Ebert rasch aus. Bei der Überparteilichkeit des Präsidentenamtes brauche er auch in seinem Büro einen parteilich ungebundenen fachkundigen Beamten, dies umso mehr, als es keinen gab, der im Verfassungsrecht so firm war wie Meißner. Kaum war die Weimarer Verfassung verkündet, hatte Meißner bereits seinen Kommentar geschrieben, der noch bis ins "Dritte Reich" hinein griffbereit in den Ämtern lag.

Ebert und Meißner verstanden sich exzellent. Fast freundschaftlich gestaltete sich ihr Umgang, seit beide Familien im selben Haus wohnten: Wilhelmstraße 73, dem ehedem kaiserlichen Hausmeierpalast. Morgens ritten die Herren gemeinsam aus, die Kinder spielten im verwilderten Garten, die Frauen gingen zusammen einkaufen, und wenn Meißners ein Hauskonzert gaben, kamen die Eberts herüber, es sich anzuhören. Da Meißner ein guter Sänger war und viele Lieder kannte, fragte ihn Ebert eines Tages, ob er ihm eine neue Nationalhymne vorschlagen könne. Nach reichlichem Überlegen empfahl ihm der Bürochef das Deutschlandlied ...

1930 soll er selbst Reichskanzler werden Man hat Meißner als Prototyp des preußischen Beamten der besten Sorte bezeichnet. Sein Sohn erlebte ihn schon früh auf eigene Weise: Als der Vater bei ihm einen Behördenbleistift entdeckte, verpasste er ihm zwei Ohrfeigen und schickte ihn zur Registratur, wo er das Diebesgut abgeben und sich entschuldigen musste. Jedoch war Meißner alles andere als ein Bürokrat: weltgewandt, zuvorkommend, heiter und immer bis ins Letzte präpariert. Gern verkehrten die Meißners - beide sprachen sie perfekt Französisch - im Diplomatischen Korps. Nuntius Pacelli, den späteren Papst Pius XII., verblüffte der polyglotte Meißner bei der ersten Begegnung mit fließendem Lateinisch.

Wohl das gefährlichste Erlebnis, das Meißner zu Beginn seiner Karriere auszustehen hatte, war der Kapp-Putsch im Frühjahr 1920. Während sich die Brigade Ehrhardt der Reichshauptstadt näherte, trommelte Ebert früh um vier sein Kabinett zusammen. Da die Berliner Truppen zum Widerstand zu schwach waren, flüchtete er Hals über Kopf mit ein paar Ministern nach Dresden. Dabei vergaß Meißner, das Reichssiegel mitzunehmen, das in seinem Büro im Safe lag.

Sofort begab er sich ungeachtet der Gefahr nach Berlin zurück. Haus 73 war von Putschisten besetzt. Also schlich er sich nachts mithilfe des Hausmeisters über den Hinterhof in sein Arbeitszimmer. Zurück reiste er mit zwei Ausweisen, sodass er sich jeweils als Kapp-Freund oder -Feind ausgeben konnte. Bei Chemnitz zeigte er kommunistischen Aufständischen allerdings aus Versehen den falschen Pass. Er wurde sogleich als Konterrevolutionär zum Tode verurteilt, doch rettete ihm der KPD-Boss Heinrich Brandler das Leben.

Nach Eberts unerwartetem Tod im Frühjahr 1925 und der Wahl Hindenburgs als Nachfolger suchte Meißner einen neuen Posten. Das Auswärtige Amt konnte ihm die Botschaft in Tokyo anbieten. Auch zwei große Industriekonzerne interessierten sich für ihn. Es kam anders. Ehe Meißner Hindenburg seine Demission vortragen konnte, kam dieser ihm mit den Worten entgegen: "Die Gleise der Feldbahn habe ich wegnehmen lassen ... diesmal werden Sie nicht darüber stolpern!" Erstaunlicherweise konnte sich der 77-Jährige noch daran erinnern, wie der Oberleutnant einmal, 1915, unfreiwillig vor ihm auf die Knie gegangen war, als er Meldung erstatten wollte. Bei einem Glas Wein kamen sich die beiden näher, bis Hindenburg kurzerhand erklärte, er könne ihn nicht entbehren. "Ich brauche wohl nicht erst an ihr Pflichtgefühl zu appellieren, es ist mir hinreichend bekannt." Da mochten die Deutschnationalen noch so giften, weil Meißner doch einem "Novemberverbrecher" gedient habe, der Alte blieb bei seiner Entscheidung.

Man hat Meißner Opportunismus vorgeworfen - doch wie hätte der Weltkriegsoffizier seinem Oberbefehlshaber einen Befehl abschlagen können?

Mitnichten war er, wie man immer noch lesen kann, der Vorbeter und Souffleur eines senilen Präsidenten. Sehr genau las Hindenburg die Rede- und Briefentwürfe seines Staatssekretärs, korrigierte vieles, kürzte manche Sätze und ersetzte Fremdwörter. Er selbst verstand sich als "politischer und staatsrechtlicher Berater" des Präsidenten. Allseits sehr gefragt war er wegen seiner langjährigen Erfahrungen, seines Einfallsreichtums, seiner blitzenden Intelligenz und seiner Pfiffigkeit.

Anfang 1930 - das Ende der Großen Koalition unter dem Sozialdemokraten Hermann Müller stand bevor - wurde in politischen Zirkeln der Reichshauptstadt erwogen, sowohl von amtsmüden Sozialdemokraten wie auch Rechtsliberalen, Otto Meißner zum neuen Reichskanzler zu wählen. Er sollte ein überparteiliches "Hindenburg-Kabinett" bilden. Kanzler wurde dann jedoch der Zentrumsführer Heinrich Brüning, auch er ein ehemaliger Frontoffizier, der vor dem Reichspräsidenten innerlich stramm stand. Mangels Mehrheiten im Parlament berief er das erste Präsidialkabinett der Weimarer Republik, das gemäß Paragraf 48 nur noch mit Notverordnungen regierte.

Die sieben Jahre unter Hindenburg bis 1933 sind nicht nur Meißners politische Glanzzeit, er genießt jetzt auch die erfreulichen Seiten des Daseins, wenn er bei Empfängen mit Zweispitz und Ehrendegen Seite an Seite mit seiner schönen Frau erscheint oder mit ihr bei Bällen im Hause Hindenburg die Quadrille vortanzt. Mehr denn je ist er edlen Weinen und gutem Essen zugetan. Der französische Botschafter Jean François-Poncet, der ihn im Grunde mochte, hat ihn später mit leiser Ironie geschildert: "Ein apoplektischer Typ, rundlich und sehr korpulent - alle seine Anzüge waren ihm zu eng -, mit scheuem Blick hinter dicken Brillengläsern, eine undurchsichtige Persönlichkeit, mit allen Regierungen auf gutem Fuße und mit allen Heimlichkeiten betraut."

Hindenburg ruft ihn zärtlich "Kindchen" Als nach Brünings Sturz 1932 dessen Staatssekretär Hermann Pünder Regierungspräsident in der Provinz wird, entfährt es Meißner, so ein Amt wäre auch ihm sehr recht, doch müsse er ja auf seinem Posten bleiben, solange Hindenburg lebe. Der Präsident redet ihn jetzt zärtlich mit "Kindchen" an.

Beide tun zunächst noch alles, was sie können, um Hitler von der Macht fern zu halten. Erst bauen sie auf den weit überschätzten Reichskanzler von Papen, der immerhin erreicht, dass Hitler bei der Neuwahl im November 1932 zwei Millionen Stimmen weniger bekommt als noch im Sommer. Dennoch beansprucht Hitler in zwei Gesprächen mit Hindenburg für sich ein Präsidialkabinett mit besonderen Vollmachten. In einem sehr offenen Brief teilt ihm Meißner mit, der Präsident müsse befürchten, dass sich ein Kabinett Hitler "zwangsläufig zu einer Parteidiktatur mit allen ihren Folgen für eine außerordentliche Verschärfung der Gegensätze im deutschen Volke entwickeln würde, die herbeigeführt zu haben er vor seinem Eid und seinem Gewissen nicht vereinbaren könnte".

Hindenburg und Meißner setzen ihre Hoffnung jetzt auf den Reichskanzler General Kurt von Schleicher, der mithilfe der Gewerkschaften und abtrünniger Nationalsozialisten unter Hitlers Gegenspieler Gregor Straßer das Unheil abwenden will. Als Schleicher das misslingt, bleibt ihm nur noch die Militärdiktatur: Der Reichstag soll aufgelöst, seine Neuwahl über die festgesetzte Frist von 60 Tagen verschoben werden zugleich will er NSDAP und KPD verbieten. Hindenburg fragt, wie üblich, erst einmal Meißner um Rat.

Dessen richtige Antwort: Eine Neuwahl unbefristet hinauszuschieben sei in der Verfassung nicht vorgesehen. Hindenburg stimmt ihm todernst zu: Er werde sich an den Schwur halten, den er vor Gott und dem Reichstag gelobt habe. Für einen Bürgerkrieg (den Schleicher in Kauf nehmen will), sei er zu alt.

Inzwischen bemüht sich Papen erfolgreich, Hitler für eine Koalitionsregierung zu gewinnen, in der die Nazis in der Minderheit bleiben. Doch erst am 28.

Januar 1933 lässt sich Hindenburg, der Hitler nur als Vizekanzler dulden will, von Papen, seinem Sohn Oskar und Meißner überzeugen, dass die Kanzlerschaft Hitlers unumgänglich sei.

Die Ernennung Hitlers am 30. Januar 1933 sei, so beteuerte Meißner nach dem Krieg als Zeuge in Nürnberg, "absolut verfassungsmäßig" gewesen. Schon im März, nach der Annahme des Ermächtigungsgesetzes, fiel der Journalistin Bella Fromm allerdings auf, dass die Meißners bei einem Empfang Hitler mit erhobenem Arm grüßten.

Im August 1934 starb Hindenburg. Meißner rechnete fest damit, dass er sein Amt verlöre, denn Hitler hatte die Funktionen von Reichspräsident und Reichskanzler zusammengelegt. Dennoch wollte der "Führer" nicht auf seine Dienste verzichten, da er nichts von Protokoll und Zeremonie verstand und auch in seiner Partei keinen kannte, der dem erfahrenen Meißner gleichkäme.

Doch entzog Hitler ihm die rein politischen Funktionen dafür war künftig Reichsminister Heinrich Lammers als Chef der Reichskanzlei zuständig. In Meißners Büro hingen jetzt drei große Porträts: Bismarck, Hindenburg und Hitler. Als ein Besucher bemerkte, an der vierten Wand fehle doch jemand, antwortete Meißner lächelnd, Ebert habe natürlich einen Ehrenplatz - bei ihm zu Hause.

Nach wie vor musste er im Auftrage des Reichsjustizministers dem Staatsoberhaupt Bitten um eine Begnadigung vorlegen. Im Jahre 1939 soll er, so die Anklage in Nürnberg, aktiv mitgewirkt haben, als Hitler über einen jüdischen Kaufmann, der wegen Eierhamsterei zu Gefängnis verurteilt worden war, die Todesstrafe verhängte. Doch war Meißner dies nicht nachzuweisen.

Natürlich wusste er, dass Hitler, zumeist nach Zeitungslektüre, angeblich zu milde Bestrafte der Gestapo überweisen ließ. Er hat weder protestiert noch die Weitergabe verweigert, weil es ja doch nichts genützt hätte. Das Gericht befand denn auch, seine Rolle in diesem Punkte sei kaum über die eines Briefträgers hinausgegangen. Immerhin scheint er manchmal doch versucht zu haben, einzugreifen. So erzählt Hitler selber in einem seiner Tischgespräche, wie ihn Meißner entsetzt habe ("Sind Sie wahnsinnig?"), als er vorschlug, ein wegen Landesverrats verurteiltes Mädchen zu begnadigen, weil sie Philosophie studiert habe. Immer wieder stießen sich die alten Kameraden an Meißner, denunzierten ihn als "Überbleibsel von Ebert" und als "Judenfreund". Eines Tages überreichte Goebbels Hitler ein Aktenstück, worin Meißners jüdische Freunde und seine Beziehungen zu den politischen Gegnern aufgelistet waren.

Doch Hitler ignorierte es.

Wie so mancher Mitarbeiter der Nazis hat sich auch Meißner später damit gerechtfertigt, er sei dabei geblieben, "um Schlimmeres zu verhüten". Nur - in diesem Falle stimmte es ausnahmsweise. In Nürnberg wurde er mit der Begründung freigesprochen, es stehe "einwandfrei fest, dass er, soweit und so oft er konnte, seine Stellung dazu verwandt hat, die harten Maßnahmen des Mannes, dem er diente, zu verhindern oder zu mildern, manchmal nicht ohne erhebliche persönliche Gefahr".

Meißner warnte von Anfang an seine jüdischen Freunde, es sei besser, Deutschland zu verlassen. Den Botschafter Nadolny, der offen Hitlers Politik kritisiert hatte, und den Reichsverkehrsminister von Eltz-Rübenach, der das ihm verliehene Goldene Parteiabzeichen aus religiösen Gründen nicht annehmen wollte, konnte er vor dem KZ bewahren.

Anfänglich sah Meißner den "Führer" jede Woche einmal, später alle halbe Jahre vielleicht zweimal. Meißner gehörte zu jenen, die bis zum 1. September 1939 nicht glauben mochten, dass Hitler diesmal auf Krieg mit Polen aus war.

Immerhin hat er ihn einige Tage zuvor auf Bitte des britischen Botschafters noch einmal gewarnt, dass England es mit seiner Kriegsdrohung ernst meine.

Hitler zuckte nur die Achseln und sagte im Hinausgehen, die Engländer überlegten es sich noch.

Zum letzten Mal ist Meißner Hitler am 13. März 1945 begegnet, als der ihm zum 65. Geburtstag und zum 25-jährigen Berufsjubiläum gratulierte. Er sah einen gealterten, geistig zusammengebrochenen Menschen, der immer wieder schreiend herumlief: "Ich kämpfe bis zum Letzten, ich kapituliere nicht, niemals!"

Übrigens war Meißner wohl der Letzte, dem Hitler - am selben Tage, mitten in den Ruinen Berlins - noch eine Dotation zukommen ließ: einen Barscheck über 100 000 Mark.

Kaum wieder in der Freiheit, hat Meißner 1950 ein Buch über die Geschichte Deutschlands von 1918 bis 1945 geschrieben. Es ist von beachtlicher Klarheit und verschweigt nichts von den Naziverbrechen. Die Hauptschuld am Untergang Deutschlands weist er, mit Recht, jenen liberalen und konservativen Reichstagsabgeordneten zu, die unnötigerweise am 24. März 1933 das verhängnisvolle Ermächtigungsgesetz ohne jede Änderung durchgehen ließen. Ihn selber hat bis zu seinem Tode (am 27. Mai 1953 in München) die Frage nicht losgelassen, ob er 1933, in jenen alles entscheidenden Tagen, nicht doch Schleichers Verfassungsbruch hätte zulassen sollen, selbst auf die Gefahr hin, einen Bürgerkrieg auszulösen ...