Ein Brief. Der letzte. Ich muss zu einem Schluss kommen. Sozusagen zu einem Ende. Ein Ende, das nie einen Anfang hatte. Doch auch das Nichtangefangene muss ein Ende haben, wenn alles sinnlos geworden ist. Und mit dir macht es keinen Sinn mehr. Nüchtern betrachtet. Wieder mit wachem Verstand. Es war von Anfang an widersinnig. Ohne eine einzige Chance. Doch dieser erste Abend! Dieser Blick. Ich habe mich sofort in dich verliebt.

Unglücklich. Du aber hast davon nichts bemerkt und nichts verstanden.

Gefühlsarm wie du bist. Ich, ein Baum voller Leben. Du hingegen schon vertrocknet. Offensichtlich ohne Wurzeln. Ich begriff dies zunächst nicht.

Der Kopf war ausgeschaltet, mein Verstand auf Welttournee. Sonderbar. Ein Realist, der ständig träumt. Und sich Das-mit-dir ausmalt. Töricht! Und für etwas kämpfte, das aussichtslos ist und bleiben wird. Ein Einsatz mit stattlichem Risiko und beträchtlicher Verletzungsgefahr. Lebensgefahr.

Einsatz und Kampf lohnen sich jedoch nur, wenn man gewinnt. Verlieren ist meine Sache nicht. Der Kampf, dein Herz zu gewinnen, war immer desperat und düster. Warum?

- Weil du zutiefst verunsichert bist und nicht weißt, was du wirklich willst

- weil du eine Vergangenheit hast, mit der du nicht wahrhaftig, nicht aufrichtig umgehst und die dich so beschwert