Zu den Billiganbietern im Lebensmittelhandel wird der neue Konkurrent nicht gehören. Mit 1,89 Mark für 250 Gramm Butter, 6,99 Mark für ein Pfund Kaffee oder 99 Pfennig für eine Tafel Schokolade kann der Otto-Supermarkt gegen Aldi und Co. nicht mithalten. Aber das will der Hamburger Otto Versand, mit einem Umsatz von mehr als 40 Milliarden Mark weltweit der größte Versender, auch gar nicht. Firmenchef Michael Otto zielt vor allem auf eine kaufkräftige Klientel: Doppelverdiener, gut verdienende Singles, gut situierte Angestellte und Ältere. Eine Lieferung von Waren bis zu einem Wert von 300 Mark kostet immerhin 8,95 Mark Zustellgebühr. Wählen kann die Kundschaft aus einem Sortiment von rund 2000 Markenartikeln. Frischwaren wie Obst und Gemüse, aber auch Tiefkühlkost sind - vorerst - nicht dabei. Firmensprecher Detlev von Livionius: "Wir wollen Schritt für Schritt Erfahrungen sammeln."

Der "Supermarkt, der nach Hause kommt", so der Slogan, ist nicht um die Ecke zu finden, ihn gibt es nur im Internet. Noch in diesem Monat soll er bundesweit eröffnet werden - nach viermonatigem Test in Hamburg. Partner ist die Kieler Handelsgruppe Bartels-Langness (Umsatz: 3,7 Milliarden Mark), die mit ihren Citti-Märkten Großverbraucher wie Kantinen und Krankenhäuser bedient. Und natürlich der Otto-eigene Hermesversand, der zwei Tage nach Bestellung die Ware anliefert.

Längst haben auch andere Händler wie Spar oder Karstadt erste Versuche im Internet-Geschäft unternommen. Das größte Problem für viele Otto-Konkurrenten ist jedoch mangelndes Know-how bei der Zustellung. Überdies machen sie ihren eigenen Läden Konkurrenz. Und das auch noch ohne Ladenschluss. gf