Jean-Marie Messier, Chef des französichen Mischkonzerns Vivendi, sieht sich gern als Strippenzieher im globalen Mediengeschäft. Deshalb freut sich der Franzose, wenn ihm sein Konterfei in der Presse entgegenstrahlt. Bei dieser Gelegenheit vergisst der 43-Jährige leicht, dass er seine Finger noch in vermeintlichen Langweiler-Branchen wie Wasser, Abfall und Bau hat.

So zum Beispiel vergangene Woche, als er sein neues Buch vorstellte, das Ende September auf den Markt kommen soll. Darin bekennt sich Messier unmissverständlich zur neuen Ökonomie und zur erfolgsabhängigen Entlohnung.

In seinem Fall, auch das erfahren die Leser, belief sich diese auf 1,85 Millionen Mark netto plus Aktienoptionen im vergangenen Jahr.

Dumm für Messier, dass die Finanzmärkte seinen Führungsstil gar nicht so erfolgreich finden. In den vergangenen Monaten machte er wiederholt Schlagzeilen, weil er offenbar nach Gusto hier eine Sparte abstieß, dort eine hinzukaufte. Nach der Übernahme der Universal Studios von Seagram Mitte des Jahres brach die Vivendi-Aktie um ein Fünftel ein und erholte sich bislang kaum. Auch der anschließende Börsengang der Umweltsparte drohte zu floppen.

Den selbstherrlichen Unternehmenslenker J6M ("Jean-Marie Messier moi-même maître du monde") stört das jedoch wenig: "Ich habe den Anspruch, viel Geld zu verdienen", so seine Rechtfertigung, "wenn ich erfolgreich die Aufgaben löse, derentwegen man mich an die Spitze von Vivendi berufen hat." Eben. mk