Hamburg und seine Bauten 1985-2000.

Hrsg. Architekten- und Ingenieurverein; Dölling und Galitz Verlag; Hamburg 2000; 584 S., 1600 Abb., 98,- DM.

Die Architektur ist die öffentlichste aller Künste und zugleich die verschwiegenste. Keine Plakette am Eingang nennt den Namen des Entwerfers, kein Hinweis verrät den Bauherrn. Wer etwas erfahren will über seine gebaute Mitwelt, braucht ein Kompendium wie zum Beispiel das über Hamburg und seine Bauten. Kein Buch, sondern ein Projekt, an dem man in der Hansestadt bereits seit 1868 hartnäckig arbeitet. Jüngst erschien der achte Band: Wohnsiedlungen, Kindergärten, auch Fußgängerbrücken und U-Bahn-Haltestellen werden vorgestellt - alles, was die Stadt verändert. Dennoch herrscht neue Übersichtlichkeit, der jüngste Band ist klarer gegliedert und augenfreundlicher als viele seiner Vorgänger. Die Texte sind auffallend thesenfreudig, des Öfteren wünscht man sich, sie wären ausführlicher.

Architectuur in Nederland Jaarboek 1999-2000.

hrsg. von Hans Ibelings; NAI Uitgevers; Rotterdam 2000; 160 S., Abb., 87,50 hfl.

Längst ist dieses Jahrbuch eine Pflichtlektüre für alle Architekturenthusiasten - wobei die Pflicht eine Lust ist. Denn hier erlebt man eine Baukunst, die unbeschwert und keck die Moderne vorantreibt, ohne Dogmen und Vorbehalte, überbordend vor Ideen. So neugierig wird man durch dieses Stöberbuch, dass man am liebsten gleich zu einer Rundreise aufbräche.