Dass seine Naturstudien eine Wachstumsindustrie hervorbringen würden, konnte der Augustinermönch Gregor Mendel nicht ahnen, als er einst in seinem Klostergarten mit Erbsen experimentierte. Jahrzehntelang beschäftigte seine Vererbungslehre hierzulande nur Gymnasiasten. Zwangsweise, versteht sich. Wer interessiert sich als Schüler schon für die Fortpflanzungsgewohnheiten von Hülsenfrüchten.

Nicht wenige dürften die Wissenslücke inzwischen bedauern. Craig Venter und seine Kollegen haben dem Erbgut zu neuem Sex-Appeal verholfen. Wie gern würde man die Geheimnisse des Genoms nun besser begreifen, kompetent mitdiskutieren oder gar in die boomende Branche investieren. Zu diesem Zweck hat Bruno Wagner das Buch Die Biotech-Aktie geschrieben, das im Wiener Ueberreuter Verlag erschienen ist.

Auf knapp 270 Seiten erklärt der Autor all das, was man in den vergangenen Monaten zwar oft gehört, aber nie ganz verstanden hat. In schlichten Worten fasst er zusammen, was die Forscher in den 150 Jahren seit Mendel herausgefunden haben und wie sie der Menschheit damit zu nutzen gedenken.

Wagner glaubt an die Segnungen der Gentechnik, an den "Quantensprung in Wirksamkeit und Effizienz", den sie vor allem in der Medizin bewirken wird.

Euphorisch beschreibt er das Potenzial der jungen Disziplin in einer alternden Gesellschaft: frühere Diagnosen, maßgeschneiderte Medikamente und Transplantate, Impfungen nicht nur gegen Malaria, sondern auch gegen Krebs, Aids und Alzheimer.

Investitionen in die Gentechnik erfordern aufgeklärte Anleger

Wagner schreibt sich kräftig in Fahrt. Im Vorwort geht er sogar so weit, die Zeitenwende zu beschwören. Vollmundig postuliert er das Ende des Elektronikzeitalters, um anschließend das Jahrhundert der Bio-Tech auszurufen. Informationsverarbeitung? Internet? - Seiner Meinung nach ein "Boom, der sich dem Ende zuneigt". Telekommunikation? "Entzaubert", urteilt er hart. Das ist ein wenig stark, sind es doch gerade die Laborroboter, die die Revolution in der Biologie erst möglich machen.