Traumhochzeit mit Hindernissen: Unter den vielen Fusionen, die in der heiratsfreudigen Pharmabranche schon angekündigt wurden, galt diese Verbindung von Anfang an als ideale Kombination - Glaxo Wellcome & Smithkline Beecham. Während die DNA-Datenbank von Smithkline Hinweise auf die genetischen Ursachen von Krankheiten gebe, liefere Glaxo - Spezialist in der kombinatorischen Chemie - eine Vielzahl von Arzneisubstanzen, urteilten Branchenkenner. Weil es sich bei beiden Konzernen um britische Unternehmen handelt, entfielen die bei grenzüberschreitenden Verbindungen üblichen kulturellen Grabenkriege, lobten Managementexperten. Das war Anfang 1998.

Kurz darauf platzte der Deal - weil sich die beiden Chefs in die Haare gerieten. Nachdem die beiden Streithähne die Führungsetage freigemacht hatten, wurde die Fusionsvereinbarung erneuert. Doch seither machen die amerikanischen Wettbewerbshüter Stress.

Zweimal mussten die Vereinigungsfeiern schon abgeblasen werden. Auch in dieser Woche geriet der Terminplan ins Wanken, weil die Zustimmung der Federal Trade Commission (FTC) ausstand. Vor Ende des Jahres wird es wohl nichts mit Glaxo Smithkline, wie das fusionierte Unternehmen heißen soll. Das Problem ist weniger die absolute Größe: Der Konzern soll nach der Fusion zwar der umsatzstärkste Arzneimittelhersteller der Welt werden, hätte am internationalen Pharmamarkt aber trotzdem nur einen Anteil von rund sieben Prozent.

Kritischer ist die Dominanz in Teilmärkten. In bestimmten Bereichen wie zum Beispiel der Herpes-Therapie haben die Briten schon Patente an Wettbewerber verkauft, trotzdem äußerte die Behörde Anfang der Woche neue Bedenken. Dem Vernehmen nach soll es diesmal um Raucherentwöhnungspräparate gehen. Die Börse reagierte enttäuscht: Beide Aktien fielen. Unverständnis auch bei Analysten wie Mark Clark von der Commerzbank in London: "Der Deal ist gut für beide Seiten und das Management wild entschlossen - die Verzögerung ist einfach Pech." hof