Schmidt: Guten Morgen Herr Müller.

Müller: Herr Schmidt, wie haben Sie Ihre internen Kritiker überzeugt?

Schmidt: Es ist so, dass wir ja über das Reformkonzept nicht erst seit gestern diskutieren, sondern nun schon seit Monaten. Es hat sich ja stufenweise entwickelt, auch durch Einfluss von außen. Damit sind auch eine ganze Reihe von den Punkten untergebracht worden, einbezogen worden, die aus der kritischen Ecke kamen. Von daher sind einige Kritiker dadurch beruhigt, dass ihre Vorstellungen jedenfalls zu einem nicht unbeträchtlichen Teil eingeflossen sind.

Müller: Welche Zugeständnisse haben Sie gemacht?

Schmidt: Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten insbesondere die Frage des Ausgleichsfaktors, also des Rentenniveaus neu geordnet. Es ist ja so, dass zum Teil wilde Spekulationen entstanden waren, wie tief geht das Rentenniveau im Laufe von Jahrzehnten. Wir sind jetzt sicher, nach dem was uns der Arbeitsminister vorgelegt hat, dass wir bis 2030 jedenfalls nicht unter 64 Prozent Rentenniveau beim Eckrentner kommen. Das ist das, was man vertreten kann, und vor allen Dingen auch das, was deswegen gemacht werden muss, weil wir ja den zusätzlichen Ausgleichsfaktor durch die private Vorsorge haben. Dadurch kommen dann alle diejenigen, die sich in dieser Weise entsprechend betätigen, wieder auf ein Rentenniveau von 72 Prozent. Das ist alles sehr verträglich, wie wir finden.

Müller: Und nach 2030?

Schmidt: Nach 2030 muss man jetzt wirklich nicht rechnen. Wer hat schon je eine Rentenreform gemacht, die 30 Jahre in die Zukunft blickt. Insofern sind wir schon sehr weit gegangen und haben diese Form der Vorsorge auch entsprechend gesichert, Klarstellungen getroffen. Wir werden für die Frauen, insbesondere auch für die Familien mit Kindern sehr viel mehr machen, als das bisher der Fall war. Das heißt, die Renten werden auch sicherer und gerechter.