Vom Asiaten wissen wir dank James Bond so viel, dass er großer Grausamkeit fähig ist. Jüngstes Beispiel: Kyrgystan. Dort hat man eine spezielle Form der Politikerfolter erfunden. Kandidaten für das Amt des Präsidenten müssen sich einem obligatorischen Sprachtest unterziehen. Kirgisischer Präsident darf demnach nur werden, wer das Kirgisische beherrscht. Von 19 Bewerbern fielen bereits 7 durch, der Amtsinhaber Askar Akajew schaffte seinen Aufsatz mit Mühe.

Das erinnert an den alten Türkenwitz. Fragt ein Dortmunder: Ey, wo geht's 'n hier nach Aldi? Zu Aldi, sagt der Türke. Wat, sagt der Dortmunder, schon so spät? Sprache ist bekanntlich Glückssache, und ein Aitmatow fällt am Issykkul so wenig vom Himmel wie ein Rilke an der Wupper. Zumal der Kirgise im Alltag ohnehin redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, nämlich russisch. Für gerade mal 20 000 Dollar kann man unter www.safari.ru jetzt eine Reise nach Kyrgystan buchen, bei der es nicht so sehr darum geht, die linguistischen Feinheiten im kirgisischen Wahlkampf zu studieren, sondern vielmehr darum, die Anzahl der dortigen Schafe, Steinböcke und Wölfe auf Normal zu bringen. Jagdart ist folgende: "Morgens der Juger fuhrt auf die Jagd mit dem Gelundewagen. Sogleich ein kapitaler Widder aufgefunden ist, beginnt Pirschen." Wirklich schade, dass Franz Josef Strauß das nicht mehr erleben durfte.

Denn in Rechtschreibung hatte der noch eine Eins, und in puncto Pirsch macht ihm von den Heutigen sowieso niemand mehr etwas vor beziehungsweise nach. Obligatorische Frage an die Riege Schröder: Wie viele Zacken hat die Ricke? Wie buchstabiert man Schikoree? Danke! Setzen.