PIËCH: Vor Jahren - es war bei Audi - schrieb ich meine Kündigung. Doch meine Frau brachte den Brief nicht zur Post. Am nächsten Tag war ich wieder ansprechbar. Und wenig später war ich da, wo ich sein wollte.

ZEIT: Oben.

PIËCH: An der ersten Stelle von Audi, mein Lebensziel. Ich wollte eine Firma leiten, die größer war als die, die mein Großvater im Krieg leitete. Das war die damalige Volkswagen-Gesellschaft. Audi war größer.

ZEIT: Jeder misst sich an seinen Vorfahren?

PIËCH: Ein bisschen. Meinen Großvater halte ich für ein Genie. Weniger im Erfinden - auch ich bin kein großer Erfinder - als vielmehr darin, die richtigen Leute zu finden. Ich habe ihn selbst zu wenig gekannt. In der Zeit, in der ich seine Person hätte erfassen können, waren er und mein Vater in französischem Gewahrsam, eindreiviertel Jahre. Aber ich lernte seine Schlüsselmitarbeiter kennen. Das waren Erwin Komenda, der für den Käfer, den 356er und den 911er Porsche die Karosserie konstruierte; Karl Rabe, der Motorkonstrukteur war, er hat den Auto-Union-16-Zylinder gebaut und auch am Käfermotor gearbeitet; Josef Mickls, der im Ersten Weltkrieg Doppeldecker und Flugmotoren baute, er war der Theoretiker meines Großvaters; schließlich Franz Xaver Reimspieß, der für meinen Großvater konzeptionell gearbeitet und das Volkswagen-Zeichen erfunden hat.

Reimspieß und Rabe waren milde Charaktere, umgänglich und genial, Rabe sehr introvertiert; Komenda und Mickls, die mir mehr imponiert hatten, waren dagegen richtige Beißer; sie haben heftig gebissen und Geniales geleistet. Mit solchen Leuten hat mein Großvater den Käfer gemacht. Mein Ziel war es auch immer, in der Unternehmensführung ein paar geniale Leute um mich zu versammeln.

ZEIT: Findet da López lobende Erwähnung?