"Grüne fordern Rentensteuer noch in diesem Jahr" titelt heute der "Tagesspiegel". Die FAZ schreibt "Regierung will Renten zunächst nicht stärker besteuern". Die "Frankfurter Rundschau" sieht so den Rentenkonsens der Parteien untergehen. "Kurswechsel bei Rente stellt Konsens in Frage" Die "Welt" lässt den Krach um die Renten unter den Umbruch rutschen und titelt lieber provokant. "Haider: Deutschland braucht eine FPÖ". Der Mann, der Europa seit Februar nervt, hat in einem Gespräch mit der "Welt" kräftig ausgeholt. "Ich erwarte auch vom deutschen Bundeskanzler, das er die Grösse hat, seinen Irrtum einzuräumen und sich dafür zu entschuldigen." Desweiteren würde er gerne eine FPÖ in Deutschland sehen und dass man diese Partei laut EU als "rechtpopulistische Partei mit radikalen Elementen bezeichnet, stört ihn auch nicht. "Das empfinde ich als Auszeichnung". Was soll man noch zu jemanden sagen, der sich gerne beschimpfen lässt, "Alpen Masochist"?

Auch die "Süddeutsche Zeitung" hat ein eigenes Thema: "Bund steckt 37,5 Milliarden Mark in die Bahn." Das freut Bahn-Chef Mehdorn, der laut Süddeutscher demnächst mit "Gewinnen" rechnet. Das Geld stammt im übrigen weder aus Rentenbesteuerungen, noch aus der Ökosteuer, die ja eigentlich auch dafür da sein sollte. Irgendjemand hat in Berlin Finanzminister Hans Eichel klein bekommen: die Summe stellt Eichel aus den Einnahmen durch die UMTS Lizenz Versteigerungen bereit. Dabei sollte das Geld "voll" in die Schulden gesteckt werden.

Die TAZ weist auf die immer größer werdenden Probleme der dritte Welt Staaten hin. "Weltbank: Aufruhr droht" titelt die Berliner Zeitung. Laut der "Weltbank" sollten die Industrieländer mehr Geld in die Entwicklungshilfe stecken, damit die ärmeren Länder nicht den Anschluss verlieren. Ein zu grosses soziales Gefälle gefährde die soziale Stabilität. Das "Handelsblatt" hat diese Meldung auch auf Seite Eins, macht aber mit dem baldigen Wechsel an der Spitze der "Deutschen Bank" auf: "Breuers Abschied auf Raten". Der bisherige, wegen geplatzter Fusionen nicht ganz unumstrittene Chef der Deutschen Bank, will 2002 in den Ruhestand eintreten. Josef Ackermann, Schweizer und enger Vertrauter vom Aufsichtsratvorsitzenden Hilmar Kopper, soll Zug um Zug die Geschäfte Breuers übernehmen.

Die "Bild" will heute folgendes erfahren haben: "Udo Jürgens: Im Bett mit Caroline". Gemeint ist Prinzessin Caroline von Monaco, Ehefrau von Prinz Ernst August von Hannover, der in der einschlägigen Presse auch gerne mal "H-august", "Prügel Prinz" oder "Pippi-Prinz" gerufen wird. Und nun soll die Prinzessin mit dem Udo? Naja, 1975 soll es gewesen, als der smarte Sänger mit der hübschen Prinzessin ausgerechnet am Wörthersee lustige Dinge getrieben haben soll. Auf jeden Fall fühlt sich Udo Jürgens mit seinen 66 Jahren noch nicht reif für die Rente. Das ist fein, hat er doch sicher auch fürs Alter vorgesorgt. Aber genau diese Vorsorge ist in Deutschland ein Problem.

Erst sollte die Rente "maßvoll" besteuert werden, nun will man vielleicht doch lieber bei den Arbeitnehmern tiefer in die Tasche greifen. Oder man wartet eventuell erst mal das Urteil des Bundesverfassungsgericht ab, das irgendwann im nächsten Jahr über die Rentenbesteuerung entscheiden will. Die Koalition irrt durch einen Reformdschungel, in dem sich CDU und FDP schon Jahre vorher rettunglos verirrt hatten.
"Gravierender ist ein anderer Mangel. Riester entlastet die Jüngeren, aber sie tragen immer noch zu schwere Lasten. Sein Konzept bricht mit der Sozialromantik der Traditions-SPD, aber nicht radikal genug. Er verlangt den heutigen Rentnern einen zu geringen Beitrag ab", schreibt die Süddeutsche Zeitung. Dabei stammt die Idee, die Rentenbeiträge der Arbeitnehmer um 65% zu entlasten, dafür aber die Renten an sich zu 65% zu besteuern, gar nicht vom ihm. Finanzminister Hans Eichel hat diesen Plan auf den Tisch gelegt und sich unbeliebt gemacht, wie die "Welt" weiß: "Doch statt anerkennendes Schulterklopfen erntete Eichel für seine Drucksache Naserümpfen. "Zu heikel", waren sich Kanzler und Arbeitsminister bei einem vertraulichen Gespräch am Montagabend einig. Bereits bei der Ökosteuer seien alle Versuche, den Bürgern das komplizierte Konstrukt zwischen Verteuerung der Energiepreise und Verbilligung der Arbeit über die Senkung der Lohnnebenkosten mittels Aufkommen aus der Steuer verständlich zu machen, fehlgeschlagen. Was davon hängen blieb, war: "Rot-Grün schröpft Autofahrer." Das aber etwas getan werden muß, da sind sich alle Parteien einig. Auch das die Reformen dem Bürger nicht gefallen werden. Logischweise ist man sich völlig uneinig darüber, welche Partei denn nun dafür den Schwarzen Peter zugeschoben bekommt. Noch nicht einmal in der CDU kann man sich auf eine Linie einigen "Unions-Fraktionsvize Horst Seehofer (CSU) vermied eine Festlegung in der Sache. Einerseits, hieß es parteiintern zur Begründung, wolle sich die Union bei den Rentnern nicht unbeliebt machen. Andererseits hatte Fraktionschef Friedrich Merz (CDU) in einem Fachartikel kürzlich selbst vehement die Rentenbesteuerung gefordert", enthüllt die "Frankfurter Rundschau". Der Sachverhalt ist kompliziert, die Entscheidung, wer denn nun was zahlen soll oder kann, nicht leicht. Fein ist es, wenn man sybillinisch bleibt, so wie die TAZ: "Renten und sonstige Alterseinkommen müssten, wenn es um Steuergerechtigkeit geht, nicht steuerlich belastet werden. Dies heißt jedoch nicht, dass die Besteuerung von Rentnern völlig abzulehnen ist: Wenn sie arbeiten, sollte dieses zusätzliche Erwerbseinkommen auch veranlagt werden."

Wer kennt eine Show, in der fast alle deutschen Zyniker und Entertainer aufgetreten sind? Die es sich erlaubt, mehrfach im Jahr mit Künstlern, Produktionsteam, Kameraleuten, nebst Kabeln und Technik in einem Jumbo Jet zu steigen und quer durch die Welt zu fliegen? Die dann auch noch zwei Stunden lang über Satellit live in die deutschen Wohnzimmer flimmert? Keinen Schimmer? Ein Tipp. Der Moderator heißt Karl Moik. Bingo! "Der Musikantenstadel" ist es. Während sich andere Shows winden, zum Beispiel Stefan Raab einzuladen, hatte Moik nicht nur das Vergnügen den "TV Total" Moderator in seiner Sendung zu haben, nein er ließ sich auch per "Raabigramm" vor seinem Millionenpublikum auf den Arm nehmen. Morgen tritt nun ein Berufszyniker aller erster Güte dort auf, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet: "Harald Schmidt, Entertainer, wird mit Volksmusik-Präsentator Karl Moik in dessen "Musikantenstadl" an diesem Samstag im Duett singen. Für die Show, die live übertragen wird, hat der aus dem schwäbischen Nürtingen stammende Schmidt das Volkslied "Auf de schwäb'sche Eisebahn" abgewandelt." Ein schönes Wochenende.

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