Annie Leibovitz Je schräger und greller, je kühler und distanzierter - desto lieber mag es Annie Leibovitz, so sagt sie selbst. Von ihr fotografiert zu werden ist selbst für Stars eine Ehre. Bei ihr wird nicht posiert, sondern eine Geschichte erzählt. Deshalb spielt nicht nur Hollywood, sondern auch die ganze europäische Szene vor der Leibovitzschen Kamera mit: Supermodel Lauren Hutton stieg ins Schlammbad, Dirigent Justus Frantz hockte mit nassen Füßen vor dem Flügel, Ella Fitzgerald, die große Mama des Jazz, leuchtet klassisch im roten Kostüm. Unermüdlich setzt die amerikanische Fotografin die Paradiesvögel, die Prominenten, weniger Prominente, die erst durch sie zu Stars veredelt werden, in Szene. Spontan auf den Auslöser zu drücken erlaubt sich Annie, einst Cheffotografin beim Popmagazin Rolling Stones, nur zum Spaß. Ihre Fotoinszenierungen sind penibel geplant - wie ihre Aufnahmen aus den Jahren 1970 bis 1997 beweisen. Jetzt sind sie an einem der schönsten Orte ausgestellt, den Ausstellungen sich wünschen können: dem Louisiana Museum für moderne Kunst in Dänemark.

Bis 26. November, DK-3050 Humlebaek, Do-Di 10-17 Uhr, Mi 10-22 Uhr, Eintritt 60 dänische Kronen, umgerechnet etwa 16 Mark