UGANDA ist der Musterschüler von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Afrika - und das erste Land, dem die HIPC-Initiative mit einem Schuldenerlass zugute kommt. Die Regierung habe eine "Bilanz solider wirtschaftlicher Reformen und nachhaltigen Wachstums" vorzuweisen, lobt die Weltbank in einem internen Papier. Seit Yoweri Museveni vor 14 Jahren das Präsidentenamt übernahm, wuchs die ugandische Wirtschaft jährlich um durchschnittlich 6,3 Prozent.

Peinlich für die Unterhändler der Gläubiger: Kaum war die Schuldenreduktion ausgehandelt, bestellte sich Museveni für 37 Millionen Dollar ein neues Flugzeug. Es hätte jedoch auch schon vorher gute Gründe gegen Schuldenerleichterungen gegeben. Das überschuldete Land hat es sich geleistet, Truppen in den Kongo zu schicken, die zunächst mit ruandischen Soldaten die Rebellen gehen Staatschef Kabila unterstützten und sich später Gefechte mit den einstigen Verbündeten lieferten. Seit 1998 sind die Militärausgaben dementsprechend wieder gestiegen.

In Uganda besteht de facto ein Einparteiensystem. Andere Parteien sind nicht verboten, aber sie dürfen weder Versammlungen einberufen noch Mitglieder werben. Laut amnesty international wurden 1999 "Hunderte von politischen Gefangenen inhaftiert". Im Korruptionsindex von Transparency International steht Uganda gemeinsam mit Pakistan und Kyrgystan auf Platz 87 von insgesamt 99 Staaten.

BOLIVIEN, eines der ärmsten Länder Lateinamerikas, wird zwar von einem ehemaligen Militärdiktator regiert. Aber seit Hugo Bánzer 1997 legal durch Wahlen in den Präsidentenpalast von La Paz zurückkehrte, ist er "peinlich auf demokratische Glaubwürdigkeit" bedacht, wie die Neue Zürcher Zeitung notierte. Die Militärausgaben sind, gemessen am Bruttosozialprodukt, niedriger als beispielsweise in Italien. Allerdings sind brutale Übergriffe und Menschenrechtsverletzungen durch die Polizei nach wie vor häufig. Und Korruption ist weiter verbreitet als in vielen anderen Entwicklungsländern.

Die Regierung verfolgt nach den Vorgaben des IWF einen strikten Sparkurs, gegen den es im Frühjahr zu heftigen Protesten der Bevölkerung kam. Neun von zehn Bolivianern leben, gemessen an ihrem Einkommen, unter der Armutsgrenze.

MAURETANIEN ist alles andere als eine Demokratie, in der Menschenrechte und bürgerliche Freiheit hoch geachtet werden. Die Sklaverei wurde zwar offiziell abgeschafft, aber nicht unter Strafe gestellt. Nach Schätzungen internationaler Menschenrechtsorganisationen vom vergangenen Jahr leben in dem westafrikanischen Land 80 000 Sklaven.

Im politischen Leben sind seit 1991 Oppositionsparteien zugelassen, die allerdings bedeutungslos geblieben sind. Immer wieder werden Gegner der Regierung von der Polizei verhört, in Schauprozessen verurteilt und ins Gefängnis geworfen.