Zur Untertreibung neigt der Chef von TotalfinaElf, Thierry Desmarest - jedenfalls dann, wenn es politisch opportun ist. Bei der Präsentation der Halbjahresergebnisse bemühte sich der Chef des viertgrößten Ölkonzerns der Welt denn auch redlich, den ökonomischen Erfolg des Unternehmens möglichst dezent darzustellen - schließlich protestieren gerade in Frankreich viele Bürger gegen die hohen Benzinpreise.

So formulierte Desmarest wolkig, "dank günstiger Umweltparameter" rechne er weiterhin mit Wachstum. Zutreffend könnte man diese Umschreibung mit "sprudelnde Gewinne dank hoher Rohölpreise" übersetzen. Desmarest fügte hinzu: "Die Evolution der ökonomischen Rahmenbedingungen hat einen positiven Einfluss auf das Resultat gehabt". Mit anderen Worten: ein Dank an den hohen Dollarkurs. Aber welcher Konzernchef darf sich schon bei der Opec und den Finanzmärkten dafür bedanken, dass der Reingewinn in diesem Jahr um voraussichtlich zwölf Prozent steigen wird?

Daran werden auch die Zugeständnisse der französischen Regierung an die Brummifahrer nichts ändern. Sie schmerzen den Ölkonzern kaum, da sie das Unternehmen maximal ingesamt 300 Millionen US-Dollar kosten, wie ein Analyst errechnete. Gleichzeitig spart der Multi aber 500 Millionen US-Dollar Steuern aufgrund der kurz zuvor angekündigten Unternehmensteuerreform.