Let's get small", sagte sich der Web-Designer Stewart Butterfield. Das ist nicht nur eine sehr vernünftige Forderung im Internet, wo sich nach wie vor viele Menschen über lange Ladezeiten ärgern. Es erwies sich auch als Chance für kreative Designer. Butterfield stellte für seinen Wettbewerb harte Bedingungen: Die Websites durften nicht mehr als fünf Kilobyte Speicherplatz einnehmen. Zum Vergleich: Eine Seite im Web hat heute meist zwischen 80 und 150 Kilobyte, schon ein einzelnes Bild ist nicht selten 15 Kilobyte groß.

Der Andrang war so groß, dass das Sichten der Beiträge zwei Monate länger dauerte als geplant. Und es lohnt sich, die Ergebnisse anzuschauen: ein animiertes Gedicht, ein Kalender mit fliegenden Zahlen oder die Illustration der Sinnlosigkeit von Kriegen. Das kleinste Web-Museum der Welt stellt die formstrengen Kunstwerke von Mondrian, Rothko und anderen aus. In dem Spiel Princess Rain 2000 fallen Prinzessinnen vom Himmel, die man von einem Krokodil fressen lassen muss, um Punkte zu sammeln. Die Figuren bezaubern, gerade weil sie auf den Überrealismus einer Lara Croft verzichten und mit einer nostalgisch-kantigen Computerästhetik auskommen.

Warum sollte man diesen Spaß nicht ernst nehmen? Vergessen wurde in der Zeit wachsender Bandbreiten und starker Rechner, dass die Beschränkung im Netz nicht nur Beschränkung ist. Dass Websites nicht wie Glanzprospekte oder Spielfilme daherkommen müssen, sondern sich die Web-spezifische Ästhetik auch kultivieren ließe. Den ersten Preis erhielt übrigens ein nicht ganz Ernst gemeintes E-Commerce-Angebot. Eine Gruppe amerikanischer Studenten entwarf einen kompletten Möbelladen, der allerdings arg stilisierte Stühle und Tische feilbietet. Auswählen, Preise berechnen, bestellen - alles funktioniert tadellos und in Windeseile. Lang ist nur der Titel der Seite: a5kRobustScalableInternetOnlineEcommerceFurnishingsOutlet.

* 5K - An Award forExcellence in Web Design and Production: www.sylloge.com:8080/5k/