Kaum aus den Ferien zurück, steht ihm in Kürze der letzte Arbeitstag bevor: Axel Hacke hat bei der Süddeutschen Zeitung gekündigt und bezieht ein lauschiges Büro in der Münchner Innenstadt, wo er, vom Redaktionsalltag unbehelligt, als freier Autor an einem neuen Buch arbeiten wird. "Das fällt mir aber schwer", seufzt Hacke, "die SZ ist nämlich eine tolle Zeitung."

Andererseits: "Nach 20 Jahren hat man alles schon einmal gemacht. Dann muss man was Neues machen." Nach diversen Redakteursposten im Sport- und im Politikressort des Blattes kümmerte er sich in den letzten Jahren vorwiegend um das legendäre Streiflicht auf Seite eins. Seine Kolumne im SZ-Magazin will Hacke aber, zu unserer Erleichterung, auf jeden Fall weiterschreiben.

Der amerikanische Sender NBC wurde lange dafür verspottet, den Trend zum Reality-TV verschlafen zu haben. Jetzt musste General Electric, dem das Network gehört, tief in die Tasche greifen, um dieses Manko wettzumachen.

Mark Burnett, der schon das Inselduell-Original Survivor erfand, hatte nämlich eine neue Idee zu verkaufen: Destination Mir. Dreizehn Amerikaner sollen begleitet werden, wenn sie am russischen Kosmonautentraining teilnehmen, bis einer von ihnen es tatsächlich schafft, für zehn Tage zur Raumstation Mir zu fliegen. Die NASA hatte eine Teilnahme abgelehnt. 35 Millionen Dollar hat NBC nach Angaben des Wall Street Journal für die Rechte an dem Format gezahlt.

Und wo bleibt das Positive? Hier: Der Medien-Tenor-Preis für Pluralismus, den die ZEIT vergangene Woche erhielt (siehe S. 2), ist kein glamouröses Oscar-Figürchen, sondern eine respekteinflößend böse südafrikanische Ritualmaske. Recht so, Medien sind ja auch eine ernste Sache!

Nils Minkmar (offline@zeit.de)