die zeit: Wie viele Demonstranten werden zu der Tagung von IWF und Weltbank nach Prag kommen?

Chelsea Mozen: Schwer zu sagen. Sie kommen aus allen Teilen der Welt. Wir rechnen mit ungefähr 20 000 Leuten. Aber es können auch mehr werden.

zeit: Welche Gruppen sind dabei?

Mozen: Tausende Initiativen sind an den Protesten beteiligt. Aber die verschiedenen Gruppen werden nicht zentral koordiniert. Wir erwarten Demonstranten aus über hundert Ländern, die meisten von ihnen werden allerdings aus Europa kommen, wegen der kurzen Anreise. Am 26. September wird es außerdem in 40 Ländern Solidaritätskundgebungen geben, die Hälfte davon sind Entwicklungsländer. Allein in den Vereinigten Staaten sind über 60 Aktionen geplant.

zeit: Es schein ein neues Phänomen zu sein, dass sich Gruppen aus so vielen Nationen an Protesten beteiligen.

Mozen: Nein, seit über zwanzig Jahren gibt es Proteste gegen IWF und Weltbank. Aber die fanden vor allem in den betroffenen Ländern statt und wurden von lokalen Gruppen organisiert. Am 31. Mai zum Beispiel demonstrierten in Argentinien 60 000 Menschen. In Seattle ist diese Bewegung zum ersten Mal ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit getreten. Auch weil wir gelernt haben, mit den Medien umzugehen.

zeit: In Seattle hat vor allem die professionelle Organisation der Demonstranten überrascht. Wie koordiniert man so viele verschiedene Gruppen?