Dafür finde ich Terroristen sexy, und ich weiß, dass es ziemlich delikat ist, so was zu sagen. Ich habe viel über die Baader-Meinhof-Gruppe gelesen, es gibt einen großartigen Bildband. Den habe ich jedem aus meiner Crew nach Abschluss der Dreharbeiten zu meinem neuen Film Cecil B. Demented als Abschiedsgeschenk überreicht. Schließlich geht es darin um eine Terroristengruppe, die für das Underground-Kino kämpft. Sie hätten mal die Gesichter der Fahrer sehen sollen, als sie es bekamen. Lustige Vorstellung, was bei denen los ist, wenn sie so ein Buch zu Hause auf den Kaffeetisch legen.

Würde es mir also Spaß machen, Terrorist zu sein? Irgendwie ja.

Kriminalität interessiert mich, ist ein spannendes Feld. Ich habe in Gefängnissen Vorträge gehalten, ich habe Freunde im Gefängnis. Das heißt nicht, dass ich morgen eine Bombe legen werde. Es gibt schließlich immer auch eine andere Seite, es gibt immer unschuldige Opfer. Aber ich verstehe diesen wunderbaren Wahnsinn, sich völlig im Recht zu fühlen und für seine Überzeugung mit allen Mitteln zu kämpfen.

Terrorist zu sein ist, glaube ich, ein verdammt interessanter Job. Man muss sich verstecken, geheime Strategien entwickeln, das fasziniert mich. Ich finde es eben - sexy. Klingt furchtbar, das zu sagen, aber es ist so. Terroristen sehen ganz einfach gut aus. Ich stelle mir konspirative Wohnungen vor, coole Menschen und ein paar Faxmaschinen, alles wirkt wie ein Kunstwerk, eine Installation, eine Inszenierung.

Aber ich mache es mir zu einfach, schließlich gehe ich mit meinem Film auf das Filmfestival in San Sebastian, und wenn ich die Geschichten höre über die Terroranschläge der Basken, wird mir, ehrlich gesagt, ein wenig mulmig.

Vielleicht sind diese Fantasien einfach nur Teil meines großen, alten Traums, anders zu sein als die anderen. Schon als Kind war ich besessen von einer Fernsehsendung namens Howdie Doodey, es war eine der ersten Shows mit Puppen. Meine Eltern, Gott segne sie dafür, nahmen mich mit nach New York, um sie live zu sehen. Wir gingen in dieses riesige Studio, und die Puppen sahen ganz winzig aus. Man konnte hinter die Bühne sehen, es war alles eine große Lüge. Andere Kinder waren bitter enttäuscht, ich fand es großartig.

Ich wurde Puppenspieler, trat bei Kindergeburtstagen auf und verdiente pro Show 25 Dollar. Das war eine Menge Geld für einen Zehnjährigen in den fünfziger Jahren. Ich verschickte Werbezettel an Verwandte, und die Leute riefen mich an und buchten. Doch als ich ein Teenager wurde, wurde mir das Ganze ein wenig peinlich. Es war nicht wirklich cool, ein Puppenspieler zu sein.