DONNERSTAG, der zehnte Tag im neuen Amt, und an vieles muss ich mich noch gewöhnen. So viel Verplanung, so viel Transport! Schon immer musste ich regelmäßig nach Berlin. Aber jetzt fahre ich gleich mehrmals pro Woche die vier, bei Stau auch mal sechs Stunden lange Strecke von meinem Thüringer Wohnort Hinternah in die Hauptstadt. Nachmittags geht es schon wieder weiter nach Hamburg, zur NDR-Sendung extra 3. Und von dort wieder zurück nach Hinternah, wo ich gewiss nicht vor vier Uhr morgens ankomme. Die lange Fahrt gibt mir Gelegenheit, meinen Krimi weiterzulesen: Mitsommermord von Henning Mankell. Brillant!

Am FREITAG brauche ich den Vormittag für ewig aufgeschobene Gänge zu Behörden, Arzt, Friseur. In meinem Wahlkreis Suhl habe ich heute nur einen offiziellen Termin angenommen: Das Hotel Thüringen, das von der Nähe zum schönen Thüringer Wald und dem Rennsteig profitiert, feiert seinen 35.

Geburtstag. Zu DDR-Zeiten ein Interhotel, hat es sich in der Marktwirtschaft gut behauptet. Ich bin gern bei solchen Festen, bei den Menschen vor Ort.

Vielleicht bleibt danach noch Zeit für einen Besuch im kürzlich eröffneten Cineplex. Ich fürchte allerdings, Wolfgang Kohlhaases Film Die Stille nach dem Schuss läuft nur mittwochs. Den will ich aber unbedingt noch sehen.

Am SAMSTAG trifft sich in Berlin der Verband Deutscher Grundstücksnutzer. Im Kampf gegen dessen Probleme - zum Beispiel immer noch Fragen der Rückübertragung - will ich mich stark machen. Also wieder in aller Frühe nach Berlin. Übernachten werde ich bei meiner Tochter. Sie erwartet ihr erstes Kind, da will ich so oft es geht in ihrer Nähe sein.

Auch am SONNTAG steige ich schon um 6 Uhr 30 in meine neue Heimat, das Auto.

Politfrühschoppen im sächsischen Kamenz, Bürger und Freunde der PDS wollen die Ergebnisse des Parteitags in Cottbus diskutieren. Hoffentlich schaffe ich es, am späten Nachmittag wieder bei der Familie zu sein. Und hoffentlich bleibt das Wetter schön. Dann holen wir zum letzten Mal für dieses Jahr den Grill raus.