Bodewig: Guten Morgen Frau Nutz.

Nutz: Herr Bodewig, Ihre Benennung war für alle eine Überraschung, auch für Sie selbst. Warum glauben Sie ist die Wahl nun gerade auf Sie gefallen?

Bodewig: Das ist immer eine schwierige Frage. Der Bundeskanzler hat mir das Vertrauen gegeben und ich denke, dass es vor dieser Entscheidung eine intensive Beratung gibt. Ich hoffe, ich habe in meiner Tätigkeit als parlamentarischer Staatssekretär bewiesen, dass ich Probleme anpacken kann. Vielleicht wird dies geschätzt.

Nutz: Der FDP-Vorsitzende Wolfgang Gerhardt hat gestern beispielsweise gesagt, er kenne Sie nur aus dem Handbuch des Bundestages. Liegt das an Wolfgang Gerhardt oder gab es für Sie noch keine Gelegenheit zu mehr öffentlicher Profilierung?

Bodewig: Ich glaube es liegt an Wolfgang Gerhardt.

Nutz: Innerhalb der SPD, Herr Bodewig, werden Sie zum linken Flügel gezählt. Wie wird sich das in Ihrer neuen Position bemerkbar machen?

Bodewig: Ich glaube, ich habe gestern in der Pressekonferenz deutlich gemacht, dass ich mit diesen klassischen Links-Rechts-Schemata nichts anfangen kann. Wir sind in einer neuen Situation. Wir haben globale Probleme. Es geht darum, Lösungen zu finden. Die müssen sachorientiert sein. Die müssen wertorientiert sein. Die müssen zielorientiert sein. Deswegen denke ich mir wird diese Frage rechts/links in der SPD zunehmend an Bedeutung verlieren, sondern wir werden gemeinsam Werte definieren und Ziele definieren.