Frans Lanting: Das war auf meiner ersten Reise in die Tropen, nach Surinam. Die Nacht verbrachte ich in einer Hängematte mitten im Dschungel, unfähig zu schlafen vom Dröhnen, Pfeifen, Schreien der vielen Frösche. Vom chaotischen Lärm unzähliger Lebewesen, in dem die Nacht vibrierte. Zum ersten Mal erlebte ich den Rhythmus und die ungeheuere Vielfalt des Dschungels. Ja, das war der Anfang zu diesem Buch.

Zeit: Wie kommt ein Holländer, der Wirtschaftswissenschaft studiert hat, in den Dschungel?

Lanting: Jedes Jahr sah ich, wie die Vögel über unser Land nach Norden zogen. Als Junge war der Norden meine Sehnsucht. Der Norden war die große Wildnis Europas. Da wollte ich hin. Als ich zehn Jahre alt war, hörte ich in der Schule zum ersten Mal Geschichten über die Tropen. Für einen Jungen in Holland war das eine Märchenwelt.

Zeit: Wie die Welt von Nils Holgersson, der mit den Gänsen zog?

Lanting: Das war für mich eine wichtige Geschichte, und sie ist auch heute noch wichtig. Als Metapher dafür, wie der Mensch ein Verhältnis zu Tier und Natur entwickeln kann. Wenn du irgendetwas von dieser Reise gelernt hast, Nils, sagte der Führer der Gänse, dann wirst du nicht mehr der Meinung sein, dass die Menschen allein die Welt beherrschen sollen.

Zeit: Das ist heute Teil auch Ihrer Mission?

Lanting: Mission und Passion.