Fareed Zakaria ist erst 35 Jahre alt, und doch eilt ihm schon ein gewaltiger Ruf voraus: Kaum hatte der Inder nach einem Studium in Yale und Harvard bei Samuel Huntington promoviert, ernannte ihn das New Yorker Council on Foreign Relations 1993 zum Chef vom Dienst der Zeitschrift Foreign Affairs - dem jüngsten in der fast 80-jährigen Geschichte dieses Leib-und-Magen-Blatts aller internationalen Politikstrategen. Er brachte so viel frischen Wind in das einst dröge Journal, dass ihn das Magazin Esquire 1999 zu einer der 21 wichtigsten Personen des 21. Jahrhunderts kürte. Der Kolumnist Eric Alterman sagte, Fareed Zakaria sei der Einzige seiner Generation, dem er Chancen auf das Amt des Außenministers der USA einräume. Schließlich lobte ihn auch die außenpolitische Beraterin von George W. Bush , Condoleezza Rice: Zakaria wisse über nahezu jede Ecke der Welt Intelligentes zu sagen. Der so Gelobte hat vor Monaten durchblicken lassen, dass er irgendwann gerne einer (republikanischen) Regierung dienen würde. Sein Weg wird ihn aber schon jetzt ins Weiße Haus führen: Denn gerade hat ihn Newsweek zum Leiter der internationalen Ausgaben (Auflage 530 000, 3,5 Millionen Leser) ernannt; als solcher dürfte er ab Januar ohnehin häufiger beim Präsidenten zu Gast sein.

Und wo bleibt das Positive? In Gütersloh. Thomas Middelhoff hat es dank des Napster-Deals als erster Bertelsmann-Chef auf die Titelseiten von Business Week und Time gebracht (und sei es auch nur gemeinsam mit einem 20-jährigen Amerikaner auf die europäische Time-Ausgabe). Bislang mussten sich die Chefs von Bertelsmann und Gruner + Jahr ihre Zeitschriften schon selbst in Sonderausgaben drucken, um auch einmal Titelheld zu spielen. Als etwa Gerd Schulte-Hillen neulich 60 wurde und sich in den Aufsichtsrat von Bertelsmann verabschiedete, gab es einen Jubel-stern, dessen Cover ein in napoleonischer Pose auf einem Schimmel reitender Schulte-Hillen zierte. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, hätte sich der Bertelsmann-Vorstand nicht darauf geeinigt, Schluss zu machen mit byzantinischen Geburtstagsehrungen. Wie es der Zufall will, trifft die neue Regelung mit Buchvorstand Frank Wössner nun ausgerechnet ein Vorstandsmitglied, dessen Name bei Hofe nicht mehr sonderlich beliebt ist. Sein Bruder Mark wurde auf Drängen von Reinhard Mohn aus dem Aufsichtsrat entfernt, Frank Wössner wurde entmachtet. Seine Mitarbeiter müssen nun gar die Arbeit an einem Buch einstellen, das ihm zum 60. Geburtstag und zum Abschied im April 2001 gewidmet werden sollte. Dies bestätigte ein Sprecher des konzerneigenen Random House-Verlags. Bertelsmann-Sprecher Oliver Herrgesell wollte wiederum nicht mehr sagen, als dass sich der Vorstand mit dem "Thema Buch für Frank Wössner nicht befasst" habe. Vielleicht überlegt man es sich ja doch noch anders: So ein Buch muss ja kein buntes Cover haben.