Die Geschäfte liefen gut bis sehr gut, aber dennoch wurde vielen Galerien die Zeit auf der Art Cologne (5. bis 12. November) lang - neun Tage offerierten sie in den Rheinhallen ihre feine Ware Kunst. Im Jahr 2001 wird das anders: Fünf kompakte Tage kurz präsentiert sich dann die Art Cologne vom 1. bis 5. November, also eine Woche früher. Das kommt vor allem den ausländischen Ausstellern entgegen. David Juda (London): "Endlich. Seit Jahren plädieren wir dafür. Fünf Tage reichen zum Schauen und Kaufen."

Der neue Kölner Regierungspräsident macht es möglich. Jürgen Roters genehmigt für die kommenden fünf Jahre das Handelstreiben auf dem Messegelände an Allerheiligen, das seinem Vorgänger Franz-Josef Antwerpes als "stiller Feiertag" stets heilig gewesen war. Konzilianter will der Zulassungsausschuss in Zukunft den jetzt ausjurierten Galerien gegenüber auftreten.

Fingerspitzengefühl ist gefragt: Namhafte Londoner und amerikanische Galerien haben der attraktiven kurzen Messedauer wegen ihre Teilnahme (wieder) in Aussicht gestellt. Ob das erstmals in diesem Jahr angebotene Rotationsverfahren, dem freiwilligen Pausieren von langjährig präsenten Ausstellern zugunsten von Kollegen/Konkurrenten da Luft schaffen kann, ist fraglich - schließlich steht sich auch im Kunsthandel jeder selbst am nächsten.

Im besten Sinne vertraut, präsentierte sich die 34. Art Cologne mit 276 Galerien, davon 43 Prozent aus dem Ausland, auf 40 000 Quadratmetern auf zwei Etagen zwischen musealen Weihen (oben) und frecher Experimentierlust (unten).

Das Publikum allerdings rekrutierte sich vorwiegend aus dem regionalen Umfeld: "Kaum belgische Sammler, keine Amerikaner", so Vera Munro (Hamburg).

"Extrem wenige Besucher aus den Niederlanden und der Schweiz", kommentiert Hans Mayer (Düsseldorf). Das war schon mal anders. Welche blühende Sammler- und Kennerschaft das Rheinland in der Nachkriegszeit hervorgebracht hat, zeigt die Ausstellung Wahre Wunder in der Kunsthalle - eine Schatzkammer verschiedenster Dinge - vom hellenistischen Frauenkopf bis zu Fotografien von Nan Goldin und Thomas Demand, Frottagen von Max Ernst, mittelalterlichen Stilleben von Claesz, Georg Flegel und illuminierten Handschriften. Solche engagierten Sammler hätten viele Aussteller gern an ihrem Stand gesehen, aber die Euphorie, der Kunstkauf als Kaufrausch blieb aus.

Es gab Ausnahmen: Karsten Greve (Köln) verkaufte eine Bodenskulptur von Carl Andre (420 000 DM), ein Relief von Jannis Kounellis (200 000 DM) und ein Gemälde von Cy Twombly (1,2 Millionen DM). Bei Michael Werner (Köln) fanden vier mit Goldstift beschriebene rote Seidenpapierarbeiten von James Lee Byars (75 000 DM) einen Liebhaber sowie Skulpturen von Lucio Fontana und Hans Arp.