Berlin

Basta! Das barsche Wort aus Gerhard Schröders Mund hat alle Aussicht, in die Geschichte seiner Kanzlerschaft einzugehen. Ich habe gesprochen, es bleibt dabei, egal, was andere sagen. Um die Renten ging es. Und gegen seine Kritiker, die Delegierten der Gewerkschaft ÖTV.

Es zählt aber, was andere sagen. Mehr noch: Es muss auch so sein, Schröder weiß das. Alle sollen mitreden können, die Bürger und ihre Initiativen, die Verbände, die Wissenschaft, die Kirchen. Nur: Wie er geführt werden soll, dieser Dialog der Vielen, bis schließlich einer sagen kann: So wird es gemacht - das weiß derzeit niemand.

Schröder selbst hat sich jüngst auf die Suche nach einem Oberbegriff für diesen Flickenteppich begeben, den er regieren soll. In einem Aufsatz für die Neue Gesellschaft versuchte er (oder sein Ghostwriter) zu erklären, wie das aussehen könnte: dass der Staat sich weiter zurückzieht, aber dennoch nicht einfach der Markt regiert und das Gesetz des jeweils Stärksten.

Zivilgesellschaft? Das triste Wort schaut so fremd zurück. Irgendwie ist es nicht Schröders.

Der Kanzler auf dem Papier: "Angesichts von Globalisierung, shareholder value und der steigenden Bedeutung internationaler Verflechtungen - was soll, was kann da noch Politik? Schon ist vom 'Verschwinden des Politischen' insgesamt die Rede. Ich denke, das Gegenteil ist notwendig: eine Rückkehr der Politik."

Dann kommt er auf lokale und regionale Netzwerke zu sprechen, auf Subsidiarität, kleine Einheiten und so weiter, wie die ganze Rhetorik der Zivilgesellschaft derzeit eben so klingt.