DIE ZEIT: Ihr Verein Prima Klima weltweit bekämpft den drohenden Klimawandel mit Aufforstung. Wie funktioniert das?

KARL PETER HASENKAMP: Wir werben Geldbeträge ein und nutzen dieses Geld - bisher über 4 Millionen Mark - für Aufforstungsmaßnahmen. Bei ihrem Wachstum entziehen die Bäume der Erdatmosphäre Kohlendioxid. Mithilfe der Sonne wird so aus 3,67 Kilogramm CO2 ein Kilogramm Kohlenstoff. Der ist in der Biomasse eingebunden und kann dem Klima somit nicht mehr schaden.

ZEIT: Wie viele solcher Projekte hat Prima Klima bereits organisiert?

HASENKAMP: In Deutschland rund zehn und etwa dreißig in anderen Ländern der Welt. Mehr als 18 Quadratkilometer Wald sind so entstanden, mit jeweils einheimischen, gemischten Baumarten.

ZEIT: Wer sind Ihre Kunden?

HASENKAMP: Bisher rund 300 Haushalte und eine Reihe von Dienstleistungsunternehmen, etwa die Werbeagentur bbdo, die Landesbanken Sachsen und Kiel. Letztere führt nicht nur ein Energiesparprogramm durch. Sie hat sich mit einer Million Mark für Aufforstungsmaßnahmen auch in die CO2-Neutralität begeben: Ihren Energieverbrauch kompensiert sie, indem sie pro zwei Angestellten einen Hektar Wald aufforsten lässt. Jeder Hektar bindet Jahr für Jahr 10 Tonnen Kohlendioxid.

ZEIT: Irgendwann wird der in Biomasse eingebundene Kohlenstoff wieder freigesetzt. Verschaffen Aufforstungsprojekte dem Klimaschutz mehr als eine Atempause?