Das sollen gerechte Strafen sein? In Cottbus standen elf Menschenjäger vor Gericht. Ihr Freiwild ist tot: Der Algerier Farid Guendoul sprang auf der Flucht vor seinen Verfolgern durch eine Glastür und verblutete. Drei Angeklagte kommen ins Gefängnis (Jugendstrafe, maximal drei Jahre), sechs erhielten Haftstrafen auf Bewährung, zwei wurden "verwarnt".

Welche Signale sendet das Cottbusser Urteil aus? Dass Deutschlands Richter unser braunfaules Jungvolk weiterhin mit Nachsicht beschenken? So mag es scheinen, allererst den Brüdern Malik und Kamel Guendoul, die nach Cottbus gereist waren und den Spruch nicht fassen konnten. Genauso wenig ist im Ausland zu begreifen, warum die misslungensten Exemplare unseres Volkes sich für die besten Deutschen halten dürfen. - Sie dürfen auch glauben, dass Hitler Gottes Sohn war und dass die Juden Opa Heß ermordet haben. Das Gericht befand nicht über Hirnmüll, sondern über Taten. Die Angeklagten begingen keinen Mord, noch war ihnen nachzuweisen, dass sie den Tod ihres Jagdopfers wünschten. Auch muss ein Gericht auf Sühne und Besserung blicken. Dass wir uns härtere Strafen wünschen, kommt auch von unserem Mangel an Hoffnung, diese Deutschen könnten bessere Menschen werden. - In dem Milieu, in diesem Nest?

Kennen wir denn Guben, die geschichtsgeprügelte Grenz- und Halbstadt an der Neiße? Dort bemühen sich tagtäglich Menschen um eine Zukunft, an der seitens überregionaler Medien keinerlei Interesse besteht. Aber wenn Blut fließt, überfällt der dummfreche Entmutigungsjournalismus die Stadt schwadronweise mit dem Schlachtruf: Wo sind die Nazis? Und lässt nach geglückter Radau-Reportage ein irreparables Stigma zurück: browntown Guben - da kennt man doch wieder ein Stückchen Osten mehr, nicht bloß Hoyerswerda, Dessau, Rostock-Lichtenhagen. C.D.