In der Theorie kann man lange darüber streiten, ob die Moral relativ ist oder absolut. In der Praxis gelten die moralischen Maßstäbe relativ absolut.

Auch für Reinhard Klimmt, der glaubt, er könne seinen Fall überstehen - und eine alte dumme Geschichte.

Nicht, dass Klimmt jemals ein Mann der Gier auf Macht und Geld gewesen wäre.

Aber im Jahr 1996 hatte ein ungetreuer Caritas-Manager 615 000 Mark an den 1.

FC Saarbrücken verschoben

Klimmt war damals Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag und Präsident des Fußballclubs. Ein Vertrag sah auf dem Papier gewisse Gegenleistungen vor, die nie erbracht wurden - und auch nie erbracht werden sollten. Im mildesten Fall war das glatte Untreue - und die Anstiftung dazu

wer Böseres dabei denkt, fragt sich, welche (politischen) Gegenleistungen jener Krankenhaus-Manager erwartete, etwa bei der geplanten Schließung von Kliniken, frei nach der saarländischen Devise: "Isch han een' gekennt, der hot een' gekennt gehot." (Übrigens steckte damals, so ist das eben an der Saar, ein Mann mit unter der Decke, der heute als Minister der CDU-Regierung angehört.) Solch ein Erwartungszusammenhang aber wäre - vor allem, wenn es zu einem Widerspruch gegen den Strafbefehl käme und zu einer vollständigen gerichtlichen Erhellung - eine Angelegenheit, die hart an der Bestechung vorbeischrammte.