An Herrn BDI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel - Verehrtester! Vor ein paar Tagen, da waren Sie im Radio im Rahmen einer Art Forum o. dgl. zu hören, da erwähnten Sie, wie Sie einmal, noch in Bonn, im Bundeskanzleramt saßen und auf Schröder warteten, da plötzlich machte es plopp - ja, was da kam, war die Rohrpost!

Publikum röhrt, wie auch Sie vermutlich innerlich, frenetisch auf niemand weiß genau, warum: vermutlich über die vorberlinerisch prämoderne Antiquiertheit dieses politischen Lebens. Das jetzt aber ganz anders wird mit Ihnen und Ihrer neuen Zwischenautobiografie samt Menschheitsanweisung Die Macht der Freiheit, für deren Zeitungsannoncen Sie, BDI-Henkel, sich dieser Tage mit einem Foto von zumindest schon mächtig freizeitmäßiger Aufgeknöpftheit zeigen und im Rahmen eines fitnessroomgestählten Haupts ohne ein Milligramm Fett zu viel - ganz in jenem Sinn, in dem Sie der Öffentlichkeit schon zuvor und werweiß sogar ein bisschen zwanghaft erläuterten, dass Sie der größte Fan Cha rlie Parkers seien und wie dessen Saxofon das Gefühl für Blues in meinem Blut hätten.

Präsident Henkel: Wenn Sie uns demnächst auch noch einreden wollen, dass Sie keineswegs der prototypisch funktionierende Funktionär, sondern der genuine und ontogenetische Aussteiger, ja der substanziell idealtypische Späthippie seien: dann geht es aber nicht mehr mit einer Warnglosse ab. Dann setzt es was. Einen Farbbeutel. Oder zumindest einen Plopp-Tritt in Ihren phylogenetischsten und allerbluesmäßigsten Teil. Aber echt!