Aus der kleinen Schar professioneller Haider-Beobachter in Österreich ragt einer heraus: Hans-Henning Scharsach. Keiner ist seinem Objekt schon so lange so unerbittlich auf den Fersen wie er. Nach Haiders Kampf und Haiders Clan legt er nun, unterstützt von Kurt Kuch, einem Kollegen bei der Zeitschrift News, den dritten Teil dieser Trilogie vor: Haider. Der sei, so der Untertitel, ein Schatten über Europa.

Diese These ist etwas deftig. Die Verbindungen Haiders zu Europas Rechtsextremisten ist weniger bedrohlich als die Faszination, die von Haiders Erfolg auf die nicht extremistische Rechte ausgeht. Umso wichtiger ist die Ausstrahlung des Demagogen auf die Nachbarländer. Hätte es Kochs Unterschriften-Wahlkampf ohne Haider gegeben? Wäre der Schweizer Blocher ohne Haiders Aufstieg so kess? Dieser Report über Ideologie, Praxis und Repräsentanten des Rechtspopulismus in Österreich ist lehrreich. Noch hat die FPÖ nicht dagegen geklagt. Mag sein, sie wollte dem Buch nicht zu viel Aufmerksamkeit verschaffen. Vergebliche Liebesmüh. Haider ist in Österreich schon ein Bestseller.

* Hans-Henning Scharsach, Kurt Kuch:

Haider. Schatten über Europa

Kiepenheuer & Witsch, Köln 2000

332 S., 29,90 DM